Der lange Auswärtsschritt war sichtlich gar nicht so lang wie er sich angefühlt hat.

© /Camillo Roedelius

über Curling
01/24/2015

Schach auf dem Eis

Wie ich mich in der olympischen Disziplin Curling versuchte und warum ich mich nicht dafür qualifiziere.

von Laila Daneshmandi

Subjektiv bin ich über das Eis gegrätscht – die Bilder zeigen eine andere Realität.

Mag. Laila Daneshmandi | über Curling

Es gibt sie, diese Polarmenschen, diese Yetis, die sich nur bei Temperaturen unter 15 Grad wohlfühlen und bei den ersten warmen Sonnenstrahlen über Schweißausbrüche jammern. Ich zähle nicht dazu. Folglich bin ich kein Fan von Wintersport.

Curling hat mich auf gewisse Weise schon immer fasziniert. Da schiebt einer einen 20 kg schweren Stein auf eine im Eis eingelassene Zielscheibe, und die anderen Team-Mitglieder wischen wie verrückt drumherum. Dazu schreien einander alle Kommandos zu, als würde es um Leben und Tod gehen.

In der Wiener Stadthalle bietet der Ottakringer Curling Club Schnupperstunden an. Dort kann jeder sein Wisch- und Gleit-Talent auf dem Eis ausprobieren (www.occ-curling.at). Ich bekomme eine glatte Sohle, die ich mir über den Schuh schnalle, damit ich besser über das Eis rutsche – da ich Rechtshänderin bin, kommt die Sohle auf den linken Fuß. Dann üben wir, mit dem Stein in der einen Hand und einem kurzen Besen als Balancierhilfe in einem laaangen Ausfallschritt über das Eis zu gleiten. Subjektiv bin ich über das Eis gegrätscht – die Bilder zeigen eine andere Realität.

Nach einer kurzen Gleitphase lässt man den Stein Richtung Zielscheibe los und gibt ihm dabei eine kleine Drehung – daraus leitet sich auch der Name Curling ab. Hier kommen die anderen drei Team-Mitglieder ins Spiel. Die versuchen, mit ihrem Kissenbesen den Lauf des Steines zu beeinflussen. Durch die Reibung entsteht ein Wasserfilm auf dem Eis – der soll dem Stein helfen, besser in die gewünschte Richtung zu gleiten. Je nach Endposition der Steine gibt es Punkte. Insider sprechen gerne von Schach auf dem Eis.

So weit, so kalt. Als ich mit dem Wischen drankomme, wird mir zwar wieder warm, aber zum Sporteln auf dem Eis bin ich trotzdem viel zu erfroren. Schade, dass es bei uns kein Schach in Thermalwasser gibt.

Fazit:

Für hitzige Gemüter, die auf Glatteis den Boden unter den Füßen nicht verlieren. Ein unterhaltsamer Teamsport, der auch bequeme Athleten in Fahrt bringen kann.Fun:

Schweiß:

Effekt:

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