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05.12.2011

Halbhubers Weltreise: Abschied aus Japan

Wenn man Tokyo verlässt, ist nicht zwangsläufig Schluss mit Reizüberflutung. Japan war mein Land der Momente. Aber sehen Sie selbst.

Ich habe mir nach drei Monaten Neuseeland und Australien einen eindringenden Kulturschock gewünscht. In Japan habe ich ihn bekommen. Noch nie hat mir eine Stadt so sehr den Atem und zugleich die Energie geraubt wie Tokyo. Noch nie war ein Essen so unbekannt für mich wie das Japans. Noch nie habe ich Menschen so fremd und zugleich freundlich empfunden. Japan war viele neue und großartige Momente. Schauen Sie sich das als Bildergalerie (Link unten) an, bitte!

Die Route bisher: Wien - Madrid (Spanien) - San José (Costa Rica) - Tortuguero - Puerto Viejo - Manzanillo - Vulkan Arenal - Monteverde - San Juan del Sur (Nicaragua) - Isla Ometepe - Granada - SOS Kinderdorf Santa Ana (El Salvador) - Quezaltenango (Guatemala) - Puerto Arista (Mexiko) - Oaxaca - Mexiko City - Lima (Peru) - Paracas - Nasca - Arequipa - Puno/Titicacasee - Isla Amantani - Cusco - Machu Picchu - Lima - Punta Arenas ( Chile) - Tierra del Fuego, chilenischer Teil - Ushuaia (Argentinien) - Isla Carlos III. (Chile) - Puerto Natales - Torres del Paine - El Calafate (Argentinien) - Buenos Aires - Mendoza - Valparaiso (Chile) - Santiago de Chile - Auckland ( Neuseeland) - Wellsford - Ngunguru - Tutukaka - Kawakawa - Paihia - Kaitaia - Cape Reinga - Matakohe - Tauchkurs in Tutukaka - Peninsula Coromandel - Auckland - Taupo - Napier - Wellington - Fähre auf die Südinsel - Picton - Takaka - Kaiteriteri - Punakaiki - Arthur's Pass - Christchurch - Twizel - Aoraki/Mount Cook - Dunedin - Te Anau - Milford Sound - Queenstown - Wakana - Franz Josef - Hanmer Springs - Kaikoura - Fähre auf die Nordinsel - Paraparaumu - National Park - Tongariro Crossing - Whanganui - Wellington - Rotorua - Auckland - Sydney (Australien) - Blue Mountains - Cairns - Great Barrier Reef - Cape Tribulation - Sydney - Tokyo (Japan) - Kyoto - Hiroshima - Osaka, nächstes Ziel: Hongkong (China; autonomer Staat).

Schnäppchen/Nepp dieser Tage: So vieles. Mit dem Fahrrad um 600 Yen (rund 4,80 Euro) einen Tag lang auf Erkundung durch Kyoto. Das Peace-Museum in Hiroshima (50 Yen, 40 Cent), Nudel (ramen)-Eintöpfe zu Mittags um 500 Yen (vier Euro). Oder der doppelte Vodka, den mit der Barmann im U-en-Guesthouse in Osaka (sehr empfehlenswert) einschenkte: ein etwa Fünffacher um 1000 Yen (rund acht Euro). Oder auch die Bus- und Zugfahrten abseits der schnellen Shinkansen-Züge (bis 300 km/h). Aber es löste regelmäßig eine schwierige Diskussion aus, ob denn der vom Tourismus als Wundermittel gepriesene JR-Railpass für Japan notwendig ist oder nicht. Die Fakten: Dieser Railpass muss außerhalb Japans (!) gekauft werden und kostet zwischen rund 250 und 500 Euro (eine bis drei Wochen). Er inkludiert die meisten Züge (auch den Shinkansen), auch einige Fähren.

Ob er sich für die eigene Japan-Reise rechnet, muss jeder selber entscheiden, für mich hätte er sich niemals gerechnet. Verzichtet man auf den Shinkansen und nimmt lange Bus- und Lokalzug-Alternativen auf sich, ist man ohne JR-Railpass billiger dran. Solange man nicht extrem viele Ziele anfährt. Zwei Beispiele: Tokyo-Kyoto mit dem Shinkansen in rund drei Stunden um rund 13.000 Yen (105 Euro). Mit dem Nachtbus in siebeneinhalb Stunden um 7000 Yen (56 Euro). Osaka-Hiroshima knapp eineinhalb Stunden um 10.000 Yen (80 Euro) oder fünfeinhalb Stunden um 4800 Euro (knapp 39 Euro). Dass der JR-Railpass zwangsläufig die günstigste Variante des Reisens in Japan ist, stimmt nicht. Die komfortabelste und schnellste aber bestimmt.