Übelkeit als Spielverderber

© KURIER/Jeff Mangione

über den VCM 2013
04/15/2013

Übelkeit als Spielverderber

von Romana Ressl

Den Zieleinlauf kann ich durch einen weiteren Magenkrampf gar nicht wirklich genießen.

Romana Ressl | über den VCM 2013

Tag X, strahlender Sonnenschein, warm -perfektes Laufwetter. In der Früh kämpfe ich noch mit der viel zu breiten Startnummer, es sollte kleinere bzw. schmälere Startnummern für Frauen geben!

Es ist gar nicht so einfach diese so zu befestigen, dass sie nicht seitlich absteht und an den Armen scheuert. Letztendlich entscheide ich mich, -verbotenerweise,etwas davon abzuschneiden und die Seiten umzubiegen, so funktioniert es dann. Ich mache mich aufgeregt und voll motiviert auf den Weg zum Start.

Unwillig schnalle ich das furchtbare batteriebetriebene Ding an mein Handgelenk und tröste mich mit meiner Marathonplaylist, die mich ja auch begleiten wird. Als Frühstück esse ich, wie immer vor einem Lauf, geriebenen Apfel mit ein wenig Getreidebrei.

Am Start angekommen werde ich von der tollen Stimmung erfasst, ich reihe mich in meinem Startblock ganz hinten ein, -ich will ja niemanden aufhalten...

Sich ganz hinten einzureihen stellt sich schon nach den ersten hundert Metern als Fehler heraus, da ich nur schwierig im Zick Zack Kurs nicht einmal annähernd auf meine Geschwindigkeit komme.

Nach den ersten 4km beginnen schon einige Läufer zu gehen...

Ich versuche mich mit Zick-Zack laufen und teilweise abprupten Stopps in der der Masse vorzukämpfen, um endlich auf meine Geschwindigkeit zu kommen.

Ab km 12 gelingt mir das einigermaßen, ich freue mich, endlich anständig laufen zu können, und beginne den Lauf zu genießen.

Auf der Mariahilferstraße geht es dann auch toll bergab und wirklich schön wird es, als die Halbmarathonläufer die Strecke Richtung Ziel verlassen und ich endlich ohne Zick-Zack-Kurs laufen kann wie ich will. :-)

Ab km 22 spüre ich, dass ich noch wirklich Energien haben und ziehe das Tempo leicht an. Es läuft wirklich gut und ich bin ganz euphorisch.

Beim Umrunden des Lusthauses im Prater spüre ich dann aber Übelkeit aufkommen, welche mit jedem Atemzug schlimmer wird. Ich kämpfe dagegen an, aber es wird mit jedem Schritt schlimmer bis sich der Magen richtig zusammenkrampft und ich nur mehr ganz langsam laufen kann. Nach ein paar Minuten Gehen löst sich der Magenkrampf wieder und ich laufe weiter, es geht wieder halbwegs gut.

Aber nach einem Kilometer wird die Übelkeit schlimmer und der Magen verkrampft sich wieder, durch eine kurze Gehpause wird es wieder besser. Zwischendurch werde ich richtig wütend, weil ich merke, dass mich meine Beine locker ins Ziel tragen würden, und nur mein Magen versagt.

Ich kämpfe mich mit schlimmer Übelkeit und Magenkrämpfen weiter durch, die letzten Kilometer habe ich großartige Unterstützung von meinem Freund und meinen Laufkolleginnen Ireen und Regina. Sie haben mir die Kraft gegeben, ins Ziel zu laufen. Den Zieleinlauf kann ich durch einen weiteren Magenkrampf gar nicht wirklich genießen, weil ich noch unbedingt einen Zielsprint machen wollte...

Aber im Ziel angekommen war ich dann überglücklich und stolz, es geschafft zu haben. Der nächste Marathon kommt bestimmt! :-)

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