Drum prüfe, wer sich bindet

Wir kennen das. Bevor wir uns entscheiden, irgendwo Vertragskunde oder Mitglied zu werden, wird uns der rote Teppich ausgerollt.

Kundenservice wird ganz groß geschrieben, kaum ist der Vertrag unterzeichnet, ist davon meist nicht mehr viel übrig. Das Gefühl des Heiß-umworben-Werdens weicht, die Mitarbeiter suggerieren einen unverblümt, man sei eine Belästigung. Statt Service gibt es Warteschlangen, statt Beratung nur noch Callcenter. Und wehe, irgendetwas funktioniert nicht, dann hängt man stundenlang in diversen Warteschleifen. Getröstet wird man mit dem Versprechen auf einen Rückruf - der aber nie kommt. Aus "selbstverständlich", "kein Problem" und "natürlich gerne" wird "geht nicht", "haben wir nicht" und "da müssen wir einmal abwarten". Hätte man das vorher vermuten können, wer weiß, ob der Vertrag überhaupt zustande gekommen wäre. Sehr ärgerlich, aber noch kein Verbrechen.

Im Gegensatz dazu ist es existenzgefährdend, sich mit kriminellen Geschäftspartnern einzulassen. Das macht zwar keiner freiwillig, doch interessiert das niemanden mehr, wenn der Ex-Partner im Gefängnis sitzt oder mit dem Geld abgehauen ist. Und das passiert immer häufiger - auch in Österreich. 1,7 Milliarden Euro verschwinden durch Wirtschaftskriminalität jedes Jahr, jedes dritte heimische Unternehmen ist betroffen. Weltweit sind es jährlich unglaubliche 5000 Milliarden Euro, die im kriminellen Sumpf versickern... Der Grund: Die Unternehmen informieren sich nicht ausreichend, mit wem sie Geschäfte machen. Dabei ist das gar nicht so schwer. Wie es geht? Das lesen Sie diesen Samstag im Kurier Karriere-Teil...

Erstellt am 05.12.2011