Zerhacktes Irgendwas

Zerhacktes Irgendwas © Bild: Dietmar Kuss

Teil 3 der SERIE "Schmankerl in der Popmusik": Chop Suey.

Die kalifornische Crossover-Band System Of a Down zerhackt Musik bis es fast nicht mehr geht. Nicht zufällig heißt einer ihrer Songs Chop Suey. Der Pathos kommt hier nicht zu kurz: I cry when angels deserve to die. Was sterbende Engel mit chinesischem Essen zu tun haben ist auch nicht ganz klar. Alles andere als pathetisch ist das Gericht und dessen Geschichte.

Another Fable

So einfach und schnell es zuzubereiten ist, so schwer zu bestimmen ist die Herkunft ;-) Chinesische Migranten suchten Mitte des 19. Jahrhundert in den USA ihr Glück. Vor allem das Gold trieb Chinesen an die Westküste. Nur in den wenigsten Fällen ging der Traum vom Leben im reichen Westen in Erfüllung, ein Großteil der Chinesen endete als Taglöhner beim Bau der transkontinentalen Eisenbahn. Ein Koch soll zu jener Zeit in San Francisco seinem Unmut über die Situation seiner Landsleute dadurch Ausdruck verliehen haben, indem er zerhackte Küchenabfälle schnell zu einer "besonderen" Kreation verarbeitete und seinen (wohl amerikanischen) Gästen servierte. Diese sollen begeistert gewesen sein und "chopped sewage" (zerhackte Reste) immer wieder bestellt haben. Es gibt noch weitere Entstehungsgeschichten, die des unglücklichen Kochs ist aber mit Sicherheit die Interessanteste. Die Speise ist weltweit ein Renner geworden und besteht aus Gemüse und in dünnen Scheiben geschnittenem Fleisch. Sellerie und Zwiebel haben sich als Grundzutaten durchgesetzt, die mit Stärke eingedickte Soße enthält als Grundwürzmittel Sojasauce. Das Rezept kommt demnächst, ich fahr jetzt auf Urlaub. Here you go create another fable...

Erstellt am 05.12.2011