Hart an der Grenze: Fischpaprika­suppe

Die Kesseln schaukeln über dem Feuer. Die Suppe kocht fast zur Hälfte ein.
Foto: Dietmar Kuss

Die Suppe aus der kroatischen Baranja ist in ihrer Ursprünglichkeit nicht Jedermanns Sache.

Die Karpfen in der berühmten Suppe brauchen den besten Paprika. "Und viel feingehackten Zwiebel", verrät mir die Küchenchefin im Restaurant Josic. Das Familienunternehmen aus der kroatischen Baranja stellt die Fischpaprikasuppe einfach und ursprünglich her. Über Holzfeuer in dicken Kesseln. Mit Zwiebel, Karpfen, Paprikapulver aus der Gegend und etwas Tomatensauce. Das klingt sehr ungarisch: Das Gebiet der Baranja gehört zum größten Teil zu Ungarn, nur ein kleiner Teil im Süden zu Kroatien. Esstraditionen kennen eben keine Grenzen. Typisch für die kroatische Variante dieser Suppe ist die ausschließliche Verwendung von Karpfen. Dieser stammt zumeist aus Zuchtteichen, selten aus dem Mündungsgebiet von Donau und Drau. Dazu gibt es selbstgemachte Teigwaren und die besten Tropfen aus dem hauseigenen Weinkeller.

Mit steigender Vorfreude sehen wir zu, wie die Suppe in den Kesseln brodelt. Die Verkostung diverser Weine hat lustig und vor allem hungrig gemacht. Dann der große Moment: Die Suppe kommt auf den Tisch. Samt Kessel! Ein wirklich archaischer Anblick. Und so schmeckt die Fischpaprikasuppe auch. Verdammt deftig und fischig. Der kroatische Karpfen ist ob seines hohen Fettgehalts ein optimaler Fisch für harte Zeiten. Für feine Zungen gewöhnungsbedürftig. Ich schmecke mit scharfem Ayvar ab und nehme mir vor, nach dem Urlaub eine eigene Fischpaprikasuppe zu kochen. Aber mit ohne fettem Karpfen!

(KURIER.at) Erstellt am
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