Christian Jankowski, "Die große Geste", U2 Station Donauspital

© KÖR GmbH / Iris Ranzinger

Kunstwerk der Woche
10/30/2014

Christian Jankowski: Die große Geste

Kunst im öffentlichen Raum stellt sich an der U2 öffentlich die Sinnfrage.

von Michael Huber

Die Sonntagsreden, die bei der Eröffnung von Kunstwerken an Straßenkreuzungen, Plätzen, U-Bahn-Stationen oder Flughäfen geschwungen werden, könnten Bände füllen. Dass Kunst eine Stadt und ihre Bewohner nicht automatisch besser macht, liegt auf der Hand - zugleich wird um Kunst im öffentlichen Raum heute eine vielschichtige, durchaus selbstkritische Diskussion geführt.

Das Werk "Die große Geste", die der deutsche Künstler und mehrfache Biennale-Teilnehmer Christian Jankowski an der U2-Station "Donauspital" in Wien realisiert hat, holt diese Diskussion nun selbst in die Öffentlichkeit.

Jankowski nahm ein Konzeptpapier, das er für eine Ausschreibung zur Kunst-Ausstattung des Berliner Flughafens erhalten hatte, als Grundlage seiner Überlegungen. In dem Papier war der Grundriss des Gebäudes mit Anmerkungen versehen, was Kunst an bestimmten Orten erreichen sollte: "Die Kunst soll an dieser Stelle ein Zeichen setzen", lautete eine Anforderung. "Die Kunst hat an dieser Stelle die Aufgabe, zum Verweilen und Entspannen einzuladen" eine andere.

Jankowski pauste die Anweisungen ab, gemeinsam mit den Elllipsen, Quadraten oder Stern-Formen, die im Plan der Auftraggeber bestimmte Kunst-Orte markieren sollten. In der Wiener U-Bahn-Station kehren sie nun an mitunter absurden Orten wieder: "Zum Verweilen und Entspannen" soll die Kunst ausgerechnet oberhalb der Mülltonnen einladen, "ein wichtiger visueller und emotionaler Bezugspunkt" ist am Stiegenaufgang montiert. Und das großflächige Viereck mit der Beschriftung "Die große Geste - Repräsentation von allen Seiten sichtbar" ist nur dann ganz zu sehen, wenn man sich außerhalb der Station an eine Mauer drückt.

"Es sollte auf lange Sicht etwas zu entdecken geben", erklärte Jankowski bei der Präsentation des Werks. Die Ausschreibung zur Gestaltung der Station - übrigens die hundertste in Wien gebaute U-Bahn-Haltestelle und die dreißigste Wiener Öffi-Station, die mit Kunst ausgestattet wurde - hatte er bereits 2009 für sich entschieden, doch die genaue Abstimmung und Ausführung zog sich dahin. DieWiener Linienbezahlen bei der Kooperation die technische Ausführung der Werke; die Ausschreibung, die Auswahl der Künstler sowie deren Honorare übernimmt die stadteigeneKÖR GmbH. Als nächster Schritt der Kooperation soll die Endstation der U2 in Aspern mit Kunst geadelt werden.

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