über die Drohung des Google-Konzerns, den News-Dienst einzustellen.
06/12/2015

Die Medien sind frei - auch von Google

von Georg Leyrer

Die Medien sind frei - auch von Google.

Georg Leyrer | über die Drohung des Google-Konzerns, den News-Dienst einzustellen.

Ein Goliath nimmt wieder die Leidensposition ein: Google sieht durch das Leistungsschutzrecht die Freiheit des Internets bedroht und würde daraufhin, anstatt etwas für Inhalte zu bezahlen, keine andere Möglichkeit sehen, als den News-Dienst einzustellen und die Medien überhaupt aus der Suche zu entfernen. Welch Chuzpe. Google will also bestimmen, welche Gesetze in Österreich beschlossen werden und was deren Inhalt ist. Das geht nicht, das kann man sich nicht gefallen lassen.

Es geht beim Leistungsschutzrecht nicht darum, die Architektur des Internets zu verändern; das ist grobschlächtiges Lobbying, auf das bereitwilligst hereingefallen wird, so lange es nur gegen die „Lügenpresse“ geht. Es geht darum, dass Google beim News-Dienst jene Inhalte für seine Zwecke verwendet, von denen die Medien und die Medienschaffenden leben. Nein, Google schaltet dazu keine Werbung. Aber Google will wissen, was seine Benutzer interessiert. Das sieht man beim Medienkonsum so deutlich wie kaum wo sonst: Hier gibt es wertvolle Daten abzusaugen, ohne mühsamen und teuren redaktionellen Aufwand.

Deshalb gibt es Google News, und die Medien sind hier weder Bittsteller noch Google-Zulieferer. Dass Medien von Google News viele Zugriffe bekommen, ist klar. Dass es kurzfristig ein ordentlicher Schaden für die Medien wäre, wenn der Dienst eingestellt würde, auch. Dass Medien sich nicht einzeln aus dem Index herausnehmen, ebenso. Denn damit würde man gegenüber der Medienkonkurrenz ins Hintertreffen geraten.

Dass es aber nicht das Ziel einer Gesellschaft sein kann, von einem internationalen Konzern bestimmen zu lassen, welche Inhalte zu lesen, zu finden sind, ist auch offensichtlich. Die Medien – nicht nur die österreichischen – haben Jahrhunderte lang dafür gekämpft, frei zu sein. Da darf man auch nicht aus wirtschaftlichen Gründen neue Abhängigkeiten akzeptieren. Mit dem Motto "Don't be evil" ist Google einst angetreten. Dazu gehört auch, Gesetze zu akzeptieren und zu befolgen.

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