Tod einer Legende

KURIER-Kolumnistin Doris Knecht zollt Österreichs erster Frauenministerin Johanna Dohnal für ihre Verdienste Respekt.
Doris Knecht

Doris Knecht

Die Dohnal! Die Dohnal ist nicht mehr. Und wenn man zu den Generation von Frauen gehört, die mit Johanna Dohnal erwachsen waren oder gerade wurden, ist das, auch wenn man zur Dohnal durchaus auch einmal kontroversielle Haltung haben mochte, eine sehr traurige Nachricht.

Was sie war, ist Legende: Österreichs erste Frauenministerin, die Ministerin, die Ungleichbehandlung von Frauen erstmals von einer geduldeten Alltäglichkeit zum inakzeptablen Politikum erhob: Und damit, auch wenn viele Männer das bis heute nicht so sehen wollen, zur Sache aller. Zur Sachen der Frauen, denen sie den Mut einimpfte, für ihre Rechte aufzustehen. Und zur Sache der Männer, die lernen mussten, dass es nicht ein besseres und ein schlechteres, ein bestimmendes und ein dienendes Geschlecht gibt. Die Veränderungen und Verbesserungen, die sie für die Frauen in Österreich erhofft und vorbereitet hat, sind sehr viel weniger schnell in der Realität angekommen, als sie es sich wohl gewünscht hat. Viele sind es bis heute nicht: Dass Österreich in den meisten Frauenbelangen noch immer trauriges internationales Schlusslicht ist, muss sie geschmerzt haben. Aber der Dohnal ist zu verdanken, dass ein unpolitisches Frausein in Österreich nicht mehr notwendig ist. Und, jedenfalls wenn man ein Hirn hat, nicht mehr möglich.

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