Passiert eh nichts

Eh klar, sind nicht die Hunde schuld.

Es liegt an den Besitzern, es liegt immer an den Besitzern, wenn etwas passiert. Wenn ständig wieder etwas passiert. Schon geht es los mit der Fragerei: Wie gehen wir damit um? Tolerieren wir, dass immer wieder etwas passiert? Legen wir das in der Schublade mit den minderen, überschaubaren Risiken des Alltags? Oder in die mit den intolerablen Vergehen? Wir haben Gesetze, an die Hundebesitzer sich zu halten haben: Die Pflicht, das Tier artgerecht zu halten. Leinenpflicht, Beißkorb-Pflicht, die Pflicht, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde von öffentlichen Plätzen zu entfernen. Nur: Man nimmt es nicht immer so genau. Unter anderem deshalb, weil, die Polizei nicht wirklich willig sei, sich um Hundehalter zu kümmern. Die Gefahr, belangt zu werden, ist also eher gering. Wo sich die steuerzahlende, von unangeleinten Hunden bedrohte Autorin eben mal fragt: Ach ja? Darf sich die Polizei aussuchen, gegen welche Gesetzesbrecher sie gerne vorgeht und gegen welche nicht? Gibt es in den Wachzimmern eine Liste von Lieblingsverbrechen, um die man sich gerne kümmert, sowie von Vergehen, über die man hinwegsieht? Zur Erinnerung: Es geht hier um Gesetzesverstöße mit mitunter tödlicher Konsequenz. Was das Vertrauen der Bevölkerung in seine Kontrollorgane nicht eben stärkt. Und schon gar nicht das Unrechtsbewusstsein der Hundehalter: Denn was nicht bestraft wird, ist wohl auch nicht richtig verboten. Auch deshalb bin ich eine entschiedene Anhängerin des Hundeführscheins. Damit Hundehalter wenigstens einmal erfahren, was sie dürfen. Und was sie müssen.

Erstellt am 05.12.2011