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05.12.2011

Zwei Promille contra 2000 Schrift-Fähnchen

Was sind schon 2000 Kinder und sechs Dutzend Jugendliche, die sich mit Lesen beschäftigen gegen einen betrunkenen Buben?!

Die Meldung, dass ein Zehnjähriger vom steirischen Gratkorn mit zwei Promille ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, schaffte es praktisch in alle überregionale Medien. Sicher, eine arge Geschichte und es gilt der Frage nachzugehen, wie konnte so was passieren. Noch dazu, wo Dutzende zugesehen hatten, wie sich der Bub betrank. Doch hier sei auf eine andere Geschichte hingewiesen, die sich nur rund 50 km entfernt zur selben Zeit abgespielt hat. In Gleisdorf. Dort wurden am Freitag die österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreise vergeben. Und ab Donnerstag werkten rund sechs Dutzend 12- bis 19-jährige aus 14 Schulen der Region intensiv rund ums Lesen. Erarbeiteten in Workshops - geleitet von den Älteren (aus der HAK Weiz) - Ideen, Vorschläge, Tipps, wie dies gefördert werden könnte, versanken in der Lesenacht (manche bis halb 2 und die ersten schon wieder ab 5.30 Uhr) in Bücher. Eingang und Veranstaltungssaal im forumKloster waren zudem geschmückt mit kleinen papierenen Fähnchen mit verschiedensten Texten und Schriftzeichen (uns bekannten Buchstaben, aber auch japanischen, chinesischen, arabischen...). Diese Geschichte schaffte es nur in wenige Regional-Ausgaben heimischer Medien (Ausnahme: der Online-Kinder-KURIER). Dabei ist sie doch durchaus auch ungewöhnlich, oder?!