"Muso Koroni"... ist eine westafrikanische Göttin, die Pflanzen und Tiere erschafft.

© Stefan Hofer

Meinung Blogs Hofer lebt den Öko-Wahnsinn
09/28/2012

Hofer kauft sich eine Hose... (1/2)

Klima-Blog, Woche 14: Die "Wear Fair" gastiert in Linz. Ich traf mich anlässlich der Mode-Messe mit einer Expertin zum Gespräch. Ort: der kürzlich eröffnete Vegan-Store "Muso Koroni".

von Stefan Hofer

Schreib doch mal etwas über Mode!" sekkierten mich Freundinnen. Allein, es fehlten Ehrgeiz, Interesse, Wissen. Seit ich mich redlich bemühe, nachhaltig zu leben - also seit Ende Mai - habe ich kein Gewand mehr gekauft, keine Socke, nichts. Niente. Mein Motto: Solange ich noch Komplimente ob meiner Garderobe bekomme (und diese zurückgeben darf), dürfte es mit dieser nicht allzu sehr im Argen liegen. Warum also Neues kaufen?

Ich komme aus einer kinderreichen Familie. Wem dies nicht Erklärung genug ist: Zuerst trug ich Schnürlsamthosen (heute sagt man Cord, oder?) und Jeans, die ein Bruder schon getragen hat. Oder beide. Oder alle meine Geschwister. Nach mir in der Kette kam nur mehr die Altkleidersammlung. Die Hosen waren also nicht neu, aber noch gut.

Irgendwann folgte die Rebellion: Eigene Jeans! Die erste Tat... Jeans mit Schere und Händen zu präparieren und aufzureißen. Die Hosen waren also neu, sahen aber nicht mehr gut aus.

Heutzutage nimmt die Mode-Industrie sogar diese handwerkliche Arbeit ab (Wo bleibt da der Spaß?). Das nennt sich dann "stonewashed", ist ungesund und verkürzt die Lebenszeit von Hosen nach eigener Erfahrung unheimlich.

"Ich kauf nixx"

Jüngst, am Tag der offenen Tür des KURIER, schneite Nunu Kaller in die Redaktion herein. Schneite deshalb, weil man im Spätsommer ja auch nicht mit dem Wintereinbruch rechnet. Der Vergleich holpert enorm, erinnerte mich aber an dringend benötigte Kleidung für die kalte Jahreszeit. Und Nunu ist eine Koryphäe in Sachen Mode.

Sie bezeichnet sich selbst als Shopaholic, kauft aber seit Mitte Jänner ein Jahr lang kein neues Kleidungsstück. Für manchen Mann nicht weiter ungewöhnlich, für viele Frauen aber allemal. Aber hallo.

Auf ihrem Blog "Ein Jahr ohne Kleiderkauf" schildert sie abseits ihrer Kämpfe mit Wollknäuel auch die oft erschreckenden Zustände und Produktionsabläufe in der globalen Bekleidungsindustrie. Das weckte meine schlummerndes Interesse für das Thema dann doch.

Atmosphärisch

Wir trafen uns am Dienstag im "Muso Koroni" von Jasmin Schister, um für mich einzukaufen. Im erst vor wenigen Wochen eröffneten Shop in der Josefstädter Straße im 8. Wiener Gemeindebezirk verkauft die gebürtige Steirerin Mode und andere Produkte, die drei Kriterien erfüllen: Sie sind vegan, fair und ökologisch. Ich verließ mit zwei T-Shirts und einem Kapuzenpulli den sehr charmant eingerichten Laden. Außerdem kaufte ich eine Hose.

Schister ist übrigens als Ausstellerin auch auf der am Freitag beginnenden "Wear Fair" vertreten.

"Wear Fair 2012"

Die Messe für faire und ökologische Mode und Design findet vom 28.-30. September zum bereits fünften Mal statt. In der denkmalgeschützten Tabakfabrik in Linz können sich Interessierte über nachhaltige Kleidung aus sozial verantwortlicher und ökologischer Produktion informieren, rund 120 Marken sind vertreten. Ein Schwerpunkt wird heuer auf Design und Style aus dem Bereich Upcycling gelegt (aber dazu ein andermal mehr). Der Eintritt kostet vier Euro.

Wer bei den mittlerweile unzähligen Gütesiegeln in der Bekleidungsbranche Durchblick bewahren möchte, dem sei diese Übersicht auf der Messe-Website empfohlen.

Nach dem Einkauf sprach ich mit Nunu Kaller über Baumwoll-Produktion, Greenwashing uvm. Fortsetzung folgt.

Infos

Konsequent nachhaltig leben - ist das überhaupt möglich? Ein Selbstversuch in 52 Wochen. Alle bisherigen Blog-Einträge können Sie hier nachlesen. Bleiben Sie mir gewogen!

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