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05.12.2011

Die Linzer Kasperl "trirun"

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Wider das Vergessen

Als ich mir zuletzt die Ergebnis-Listen des Linztriathlons durchgesehen habe, wurde mir beinahe schwarz vor Augen. Wo sind die Taten, die der Veranstalter so großspurig angekündigt hatte? Kampf gegen Doping hatte er sich auf die Fahnen geschrieben. Ganz groß hat man sich in den Medien als Einzigartig präsentiert und trotzdem gab es keine Dopingtests! Wie in all den vergangenen Jahren hat man NICHTS unternommen. Im Reglement steht zwar heuer erstmals, dass Sportler mit Dopingvergangenheit Startverbot haben, umgesetzt hat man es aber nicht. Da muss ich mich fragen, wie ernst es der Veranstalter tatsächlich mit Gleichberechtigung und Fairness nimmt. Vor einem Jahr war ihm bei mir selbst der Gang vor Gericht nicht zu mühsam und er hat sogar österreichisches Recht missachtet, nur weil er mich nicht am Start sehen wollte und nun starten doch wieder Personen mit einem Makel in ihrer Vergangenheit. Letzteres sehe ich allerdings als positives Zeichen, da Ausgrenzung kein probates Mittel ist. Doping gehört selbstverständlich verfolgt und bestraft. Es ist aber nicht Aufgabe der Veranstalter, sondern der NADA und der Verbände. Selbst das Strafrecht baut darauf auf, dass nach Verbüßen der Strafe, die Person wieder ins Gemeinschaftsleben zu integrieren ist. Wo Veranstalter und Wettkampfrichter tatsächlich aktiv sein müssen, ist wenn es um ihre Veranstaltung geht. Ich habe bereits an genug Wettkämpfen teilgenommen und Erfahrungen gesammelt um sagen zu können, dass es gute und schlechte Veranstalter gibt. Nicht nachvollziehen kann ich, wenn manche Leute glauben, dass es zusätzlicher Einflüsterer von Außen bedarf. Bei meinem Start bei der Staatsmeisterschaft in Wien musste ich auf der abschließenden Laufstrecke verletzungsbedingt aufgeben. Die ärztliche Diagnose lautet: Knochenmarksödem. Die Konsequenz für mich: Kein Lauftraining bis zum Ironman in Kärnten Trotz DNF hat es ein anderer Triathlet oder Zuseher als notwendig erachtet, dass er bei der Wettkampfleitung melden muss, dass ich mit dem Helm in der Hand in der Wechselzone gelaufen bin und dokumentierte dies sogar mit einem Foto. Damit jeder es nachvollziehen kann, erkläre ich gerne, wie es dazu gekommen ist: Ja, ich hatte den Helm in der Hand und ich würde es wieder tun. Im Helm ist nämlich eine Befestigung verrutscht und dadurch hat es mir sogar schon beim Fahren immer wieder die Sicht genommen, da der Helm nach vorne gerutscht ist. Was wird der Helm dann wohl beim Laufen machen, das nicht so erschütterunsfrei abläuft wie die Fahrt am Fahrrad. Das ist ein Sicherheitsrisiko nicht nur für mich, sondern auch für andere Teilnehmer, die eventuell ebenfalls stürzen, wenn ich gefallen bin. Nicht nachvollziehen kann ich, dass es Leute gibt, die sich wichtig machen müssen. Es gibt Kampfrichter und Marshalls, die sich um die Einhaltung des Reglements kümmern. Stehen zukünftig hinter jedem Baum Laienrichter, die die Abstände beim Überholen beobachten und melden künftig die Sportler, wenn jemand in ihrem Windschatten gefahren ist? Mein Tipp an diese Personen trainiert lieber mehr und macht euch nicht so viel Sorgen um andere Leute! Nun endlich zum Sportlichen: Nach einer harten Trainingswoche entschied ich mich, doch bei den Staatsmeisterschaften an den Start zu gehen. Ich wollte Niko unbedingt unterstützen, weil er für mich der Stärkste ist, aber bei so kurzen Runden seine volle Radstärke nicht ausspielen kann. Wie geplant wurde ohne Neo geschwommen. Mein Ziel war es mit Niko aus dem Wasser zu kommen und ihm dann beim Rad ein bisschen zu unterstützen, damit er einmal nicht 99,98% der Radstrecke im Wind fahren muss. Es fing eigentlich perfekt an und ich bin mit ihm aus dem Wasser gestiegen. Nur beim Hinauflaufen in die Wechselzone spürte ich mein Knochenmarksödem, wodurch ich wichtige Sekunden verloren habe. Mit 15 Sekunden Rückstand ging ich auf die Radstrecke. Allerdings drückte Niko die ersten Kilometer derartig an, da er nicht wusste, dass ich nur ein paar Sekunden hinter im bin. Ich fuhr 370-400 Watt, aber ich schaffte es nicht das Loch zu schließen und mehr konnte ich durch die anstrengende Trainingswoche leider nicht leisten. Ich fuhr 4 Runden alleine und konnte Niko leider nicht helfen. Er fuhr zwar in der letzten Runde das Loch zur Spitze zu, hatte aber wieder alles geben müssen und konnte leider nicht mit den ersten mitlaufen (obwohl er das mit meiner Hilfe sicher geschafft hätte). Nach 4 Runden kamen Max und Daniel von hinten und ich fuhr mit ihnen die letzten Runden. Ich dürfte bei ca. 30 Kilometern einen Patschen gehabt haben, da die Wattwerte trotz Windschatten eklatant hoch waren. Am Ende 55 Minuten mit 356 Watt - leider zu wenig um Niko an diesen Tag zu helfen. Für mich ist der eigentliche STAATSMEISTER Niko Wihlidal. So, jetzt noch 2 Wochen bis zum Ironman Klagenfurt. Lauftraining wird es bis dahin wahrscheinlich keines mehr geben. Ich kann nur hoffen, dass das Ödem mich dann nicht behindert, denn ich bin in einer tollen Form.