Meinung
24.05.2017

Bildungsreform: Taktik statt Kindeswohl

"Vor der Wahl zählt nur mehr Taktik, das Kindeswohl ist eher wurscht.

Bernhard Gaul | über die Bildungsreform

Seit 2015 wird an der großen Bildungsreform herumgedoktert. Herausgekommen ist ein übergroßer Kompromiss, für den sich niemand wirklich begeistern kann, aber auch niemand mit Wut im Bauch dagegen auf Barrikaden klettert.

Inhaltlich wird der parteipolitische Einfluss auf Schul-Entscheidungen geändert (natürlich nicht abgeschafft), und den Schulen die Verantwortung übertragen, mit den vorhandenen Mitteln und Lehrfachkräften unseren Kindern die möglichst beste Bildung angedeihen zu lassen (Mangelautonomie), dafür wird das bisher strenge Korsett an den Schulen gelockert.

Diese Bildungsreform kann zu exzellenten Ergebnissen führen, aber mancherorts auch in die Hose gehen. Es ist ein „Ermöglichungspaket“, sagt Bildungsministerin Sonja Hammerschmid.

Aber wird das jetzt auch beschlossen?

Tatsächlich hängt die Bildungsreform in den Seilen, weil vor der Wahl nur Taktik zählt und das Wohl der Kinder eher wurscht ist. Viel wichtiger scheint, wie man dem politischen Gegner einen Erfolg vermasseln und den schwarzen Peter zuspielen kann. Uns bleibt nur die autonome Entscheidung, wem wir das Bildungsdesaster bei der Wahl umhängen.