über tätowierte Avocados
03/13/2017

Avocado mit Tattoo

Jedes Mal ärger ich mich über Bio-Avocados.

von Simone Hoepke

Jedes Mal ärger ich mich über Bio-Avocados.

Mag. Simone Hoepke | über tätowierte Avocados

Wär’s nicht so umständlich, würde ich wegen einer Avocado bis Deutschland fahren. Bio-Avocados in Deutschland sind viel cooler als bei uns. Sie kommen jetzt tätowiert daher. Na ja, nicht wirklich tätowiert, sondern gelasert. Nicht mit jenen chinesischen Schriftzeichen, die gestählte Körper zieren, sondern mit einem Logo. Dem Bio-Logo.

Auf das hab ich gewartet! Jedes Mal, wenn ich einkaufen gehe, ärger ich mich über Bio-Avocados. Das erste Mal im Geschäft, das zweite Mal daheim beim Auspacken, das dritte Mal am Weg zur Mülltonne. Und es sind nicht nur die Avocados. Äpfel, Trauben, Salatherzen, Cocktailtomaten – alles kommt in Plastik verpackt daher.

Das nervt offenbar nicht nur mich, sondern auch einen Rewe-Manager in Köln. Der hat jetzt beschlossen, Bio-Avocados und Süßkartoffeln testweise nicht mehr zu verpacken, sondern zu lasern. Den Job übernimmt ein niederländischer Bio-Großhändler, der dadurch allein bei Avocados heuer 750.000 Schlauchbeutel aus Kunststoff einsparen kann. Für alle, die sich darunter nix vorstellen können, aber schon eine Weltreise gemacht haben: Dabei soll so viel CO2 eingespart werden, wie bei einer Autofahrt 1,3-mal um die Welt freigesetzt werden würde.

Laser-Labels muss man übrigens nicht wie Pickerln abkratzen, man kann sie essen. Ist nicht giftig. Sieht man an den Schweden, die schon länger gelasertes Obst essen. Für alle, die Avocados nicht mögen, obwohl sie bio und vegan sind und als Superfood gegen Krebs, Falten und alles Schlechte in der Welt helfen sollen: Das Lasern funktioniert auch bei Gurken, Äpfeln oder Kiwi. Nur Zitrusfrüchte zicken. Sie ersetzen entfernte Pigmente flugs durch neue – schneller als sie Händler verkaufen können.

Ob gelasertes Obst auch bei uns ankommt, bleibt abzuwarten. Bisher waren die Händler damit beschäftigt, Plastik durch kompostierbare Materialien zu ersetzen. Und das Gratissackerl abzuschaffen. Mein Konsumverhalten hat sich dadurch schon geändert. Ich hab zum ersten Mal Müllsäcke gekauft. Die Gratissackerln sind mir ausgegangen.

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