Skandal um gestohlene Krebsmedikamente erschüttert Nordmazedonien

Demonstranten bei der Demo in nordmazedonischer Hauptstadt Skopje
Es geht um den Verdacht, dass jahrelang Medikamente gestohlen und auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft wurden - gesteuert von kriminellen Banden.

Ein Skandal um den illegalen Handel mit Krebsmedikamenten erschüttert die Republik Nordmazedonien. Mehrere hundert Menschen demonstrierten am Montagabend in der Hauptstadt Skopje gegen "Mörder" und "Monster" und forderten "Gerechtigkeit für die Opfer". Zuvor war die Krebsklinik von Skopje am Freitag von der Polizei durchsucht worden, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Es geht um den Verdacht, dass jahrelang Krebsmedikamenten gestohlen und auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft wurden - gesteuert von kriminellen Banden. Auch der Regierungschef des kleinen Balkanlandes meldete sich zu Wort. Dimitar Kovačevski sprach von "fürchterlichen" Vorwürfen und forderte eine "echte Untersuchung". Niemand dürfe geschont werden.

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Von Verfall betroffenes Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem von Nordmazedonien ist seit langer Zeit wegen fehlender Medikamente, fehlendem Personal und fehlendem Material von Verfall betroffen. Die Hauptstadt Skopje ist für viele - vor allem auf dem Land lebende Nordmazedonier - der bevorzugte Ort für Behandlungen und auch aus dem benachbarten Kosovo kommen viele Menschen, um sich in Krankenhäusern behandeln zu lassen.

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