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08/23/2021

Kosovo: Wo aus dem Gesicht der Braut Kunstbilder entstehen

In dem kleinen Ort Donje Ljubinje wird eine ganz alte Tradition der Gesichtsbemalung gehütet.

Donje Ljubinje liegt auf der Šar Planina, einem Gebirgszug, der sich entlang der Grenze zwischen dem Kosovo und Nordmazedonien erstreckt. Das etwas mehr als 3.200 Bewohner zählende Dorf wäre bloß ein kleiner Punkt auf der Landkarte des gebirgigen Balkans, würde es eine jahrhundertealte Tradition nicht pflegen. 

Donje Ljubinje wird von Bosniaken bewohnt, die auf dem Kosovo eine Minderheit darstellen. Laut der letzten Volkszählung leben in dem jungen Staat ca. 27.500 Bosniaken, die 1,6 Prozent der Bevölkerung Kosovos ausmachen. Die meisten davon in Prizren, also eben der Gemeinde, zu der Donje Ljubinje zählt. 

Alle Jahre wieder zieht das Örtchen die Aufmerksamkeit der Medien auf sich. Dies geschieht immer vor einer Hochzeit, denn dann ist dort ein Spektakel angesagt. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Braut, die quasi in ein wandelndes Kunstprojekt verwandelt wird. 

Vor der Trauung wird der anstehenden Ehefrau das Gesicht bemalt. Altem Glauben zufolge soll dieses Ritual dazu verhelfen, dass sie vom Unglück in der Ehe ferngehalten wird.

Um die Bemalung kümmert sich in der Regel die 73-jährige Aziza Sefitagić. Sie ist eine der wenigen Frauen im Dorf, die diese aufwendige Technik beherrschen. Genau aus diesem Grund droht der jahrhundertelangen Tradition das Aussterben. 

In der Bilderstrecke sehen Sie, wie aus dem Gesicht einer Braut ein Kunstobjekt entsteht: 

Der etwas andere Blickwinkel: Ein Kunstprojekt in Entstehung. 

Selma Demirović heißt die Braut, die sich traut. Zuerst werden die Haare geflochten. 

Die 73-jährige Aziza Sefitagić ist höchst konzentriert. 

Eine der letzten im Dorf, die diese Kunst beherrscht, hat auch höchst präzise Arbeit zu verrichten. 

Dem Prozess dürfen auch andere beiwohnen. Leider sind die ...

... Jungen nicht mehr an der aufwendigen Technik der Gesichtsbemalung interessiert. Deswegen steht die Tradition vor dem Aussterben. 

Nach dem Gesicht ist die traditionelle Kleidung der Braut dran. 

Da muss alles ausgewogen sein. Geduld ist gefragt. 

Auch die anderen Frauen aus dem Dorf packen das traditionelle Gewand aus dem Schrank. 

Die Männer kommen erst zum Schluss, holen die anstehende Ehefrau mit dem Pferd ab. 

Die Hauptakteurin steht bereit. 

Es wird ihr ein Tuch über das Gesicht gezogen.

Erst nach der Trauung erstrahlt die Braut in vollem Glanz. 

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