Hallstatt ohne Chinesen

Hallstatt ohne Chinesen
10 Lust auf Österreich-Tipps, wie Sie den weltberühmten Hotspot im Salzkammergut auf gut österreichisch entdecken

Reportage: Claudius Rajchl

Hallstatt ohne Chinesen

Reisejournalist Claudius Rajchl mit Hallstatt-Guide Alexandra Weichselbaumer

Ich habe einen Fehler gemacht. „Wegen Corona fallen heuer die Chinesen aus, also werde ich in Hallstatt zu Mittag bequem einen Parkplatz finden,“ habe ich mir gedacht. Doch weit gefehlt: Gerade einmal auf dem letzten Parkplatz außerhalb des berühmten Weltkulturerbe-Ortes Hallstatt bekomme ich einen freien Platz. Das bedeutet: eine halbe Stunde auf dem Gehweg entlang der Bundesstraße spazieren. Das ist wenig sexy.

Zum Glück treffe ich beim Schranken am Ortseingang Guide Alexandra, die mir verrät, wie Sie es besser machen – und mir bei meinem Spaziergang durch den weltberühmten Salzkammergut-Hotspot einige Schätze zeigt. Hier meine zehn Insider-Tipps für Sie: 

1. Früh aufstehen zahlt sich aus!

Hallstatt ohne Chinesen

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„Normalerweise ist hier alles dicht gedrängt, Abstand halten wäre vor Corona nicht möglich gewesen“, erzählt mir Guide Alexandra. „Es kommen in normalen Zeiten natürlich nicht nur Chinesen her, sondern Touristen aus aller Welt.“ Aber die Asiaten waren doch in der Mehrzahl – was den Ort, die Einheimischen, aber auch viele andere Gäste beeinträchtigt hat. Die Asiaten kamen busweise mit ihren eigenen Guides, sind in 20 Minuten durch den Ort gehetzt, haben beim Fotopoint einen richtigen Stau gebildet und Hallstatt gleich wieder verlassen, während immer neue Busse weitere Chinesen-Massen angespült hatten. Das soll auch dann anders werden, wenn die corona-bedingten Reisebeschränkungen wieder aufgehoben sind, erzählt mir die Fremdenführerin: „Der Busterminal wird gerade umgebaut, es werden Slots vergeben, damit nicht zu viele Touristen auf einmal in den Ort kommen, und es wird eine Mindestaufenthaltdauer für Bustouristen von über zwei Stunden geben.“ Dadurch hoffen die Hallstätter, dass die Gäste auch mehr konsumieren.

Hallstatt ohne Chinesen

Schilder mit chinesischer Schrift deuten darauf hin, dass nicht alle Hallstätter ihre Freude mit dem asiatischen Touristen haben

„Wenn Sie in der Früh vor elf Uhr kommen, sind Ihre Chancen höher, dass Sie nähere Parkplätze bekommen,“ verrät Alexandra. „Und Sie haben an sonnigen Tagen auch das bessere Fotolicht in der Früh – weil dann der Ort von der Morgensonne richtig in Szene gesetzt wird.“

2. Anreise mit Bahn und Schiff

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Wer Hallstatt gleich von der “richtigen“ Seite entdecken will, der lässt sein Auto besser stehen (zum Beispiel in Bad Goisern oder Bad Ischl) und reist mit Bahn und Schiff an. So wird der Hallstatt-Besuch zum romantischen Vergnügen.

Info: http://hallstattschifffahrt.at/

3. Der Fotopoint der Chinesen

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Das Motiv ist mit Sicherheit milliardenfach fotografiert, aber dennoch kommt man auch als Österreicher nicht am Fotopoint der Chinesen am Ortsende von Hallstatt vorbei. Von hier aus zeigt sich der Ort als Postkarten-Motiv – mit der perfekten Kulisse aus See, Ufer, Kirche, Berg und Häusern. Je früher am Morgen Sie hier sind, desto mehr gehört Ihnen dieser Blick alleine.

4. Die Highlights durch die Hintertür

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Es gibt einen Weg durch Hallstatt, auf dem Sie den Ort selbst an Hochsaison-Tagen mit deutlich weniger anderen Touristen durchqueren: Der obere Weg führt durch das „Salzhaus“ vorbei an alten Bürgerhäusern, und man erfährt dabei auf Schautafeln vom harten Los der „Kerntragweiber“:  Frauen mussten bis Ende des 19. Jahrhundert Salzsteine in 40 Kilogramm schweren Rückenkraxen vom Salzberg bis ins Tal tragen. Reich machte der Salzabbau freilich andere Bürger von Hallstatt.

Dass dem Salz Hallstatt seinen Reichtum verdankt, davon können Sie sich nicht nur im Schaubergwerk vor dem Ortseingang von Hallstatt überzeugen: Das Welterbemuseum zeigt zum Beispiel spektakuläre Funde aus dem ältesten Salzbergwerk der Welt, etwa einen Pickel aus Hirschhorn, der 5000 vor Christus für den Salzabbau verwendet wurde. Und wer sich noch näher mit der Geschichte Hallstatts als Namensgeber für eine ganze Epoche beschäftigen will, der fährt mit der Seilbahn zum berühmten Gräberfeld, wo Archäologen seit 1846 immer wieder neue Schätze zum Beispiel aus Eisen, Bernstein und Elfenbein zu Tage bringen. Von den Gräbern sehen Sie heute kaum etwas, aber im Sommer können Sie den Archäologen über die Schultern sehen und mit Ihnen über die Faszination der Hallstatt-Kultur im letzten Jahrtausend vor Christus plaudern. Ein Ort, wo Sie nicht so vielen Touristen begegnen werden.

Hallstatt ohne Chinesen

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Und natürlich muss ich auch das berühmte Beinhaus in der Michaelskapelle besuchen, dessen bemalte Schädel ich seit meiner Kindheit in schaurig-gruseliger Erinnerung habe. Die Schädelmalerei wurde im 18. Jahrhundert eingeführt – aus Platzmangel auf dem Friedhof. Daher wurden die Toten nach 15 Jahren exhumiert und in das Beinhaus übersiedelt – nach vorheriger kunstvoller Bemalung. Theoretisch kann man diese Prozedur auch heute noch testamentarisch verfügen. Allerdings nur, wenn Sie Hallstätterin oder Hallstätter sind, und auch einen Beinmaler anführen können. Denn es finden sich kaum noch Künstler, die bereit sind, Totenschädel zu verzieren. Die Nachfrage hält sich schließlich auch in Grenzen: „Das letzte Mal wurde 1995 ein Verstorbener ins Beinhaus überstellt“, erzählt Markus Balak, der am Eingang dafür sorgt, dass im Beinhaus trotz Touristenmassen die Totenwürde hergestellt bleibt.

5. Gesunder Imbiss im Touristen-Hotspot

Hallstatt ohne Chinesen

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Wer seinen Hunger mitten im Touristen-Hotspot auf hochwertige Weise stillen mag, empfehle ich das Take Away Restaurant „Simple 169“. Hier gibt’s zum Beispiel Flammkuchen, Suppen, Burger und hausgemachte Smoothies. Alles auch zum Mitnehmen.

Adresse: Seestraße 169,

https://simple169.eatbu.com/

6. Entschleunigung auf der „Fuhr“

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Eine entspannte Art und Weise, Hallstatt vom Wasser aus zu erleben, ist eine Fahrt auf einer „Fuhr“, einem der alten Salzschiffe. Sagen Sie niemals Plätte oder gar Zille dazu, das entlarvt Sie bei den Hallstättern sofort als Unwissenden. „Fuhr“ heißen die Holzboote, mit denen einst das Salz über den See transportiert wurde.

Info: https://www.im-salzkammergut.at/veranstaltungen/obertraun/taegliche-fahrten-mit-navia-ueber-den-hallstaettersee/

7. Schöner Wohnen im Weltkulturerbe-Ort

Sie wollen Hallstatt mit möglichst wenigen Touristen erleben? Dann können Sie auch um gutes Geld in exklusiven Hide aways übernachten, und den Ort entdecken, wenn die Tagesbesucher längst wieder über alle Berge sind.

Hier zwei besonders feine Adressen, die in normalen Zeiten, jedoch oft Monate im Voraus ausgebucht sind:

Hallstatt Hide away

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Die privaten Suiten am See verfügen zum Beispiel über Sauna, Whirpool und Privatgarten am Hallstätter See. Preis: zwischen 399 und 710 € pro Nacht.

www.hallstatt-hideaway.com

Heritage Hotel Hallstatt

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Purer Luxus hinter historischen Mauern bietet das Heritage Hotel Hallstatt in drei Häusern. Das Haus Stocker ist das älteste Haus von Hallstatt, jedes Zimmer hier ist ein Unikat mit traumhaftem See- und/oder Marktblick.

Diverse Pauschalen: z. B. 2 N/F mit 3-Gänge-Abendessen ab 285 € pro Person.

Info: https://www.hotel-hallstatt.com/

8. Süßes Salz als Mitbringsel

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Ihr Hallstatt-Salz kaufen Sie am besten nicht direkt am Seeweg, sondern bei den Salzwelten wenige Gehminuten entfernt. Hier habe ich sogar süßes Salz entdeckt. Ein originelles Mitbringsel.

Info: https://www.salzwelten.at/de/hallstatt/bergwerk/

9. Den besten Fisch gibt’s außerhalb von Hallstatt

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Wenn Sie auf Haubenniveau wirklch gut essen möchten, empfehle ich Ihnen das Welterbe-Wirtshaus Steegwirt in Bad Goisern, nur wenige Minuten von Hallstatt entfernt. Dort habe ich zum Beispiel gelernt, dass man Saibling - ähnlich wie ein Steak – in mehreren Garstufen genießen kann: neben durchgebraten auch glasig (analog zu medium), wo das Fleisch noch nicht ganz durch ist. Dadurch schmeckt der Fisch noch intensiver.

Info: https://www.steegwirt.at/

10. Geheimtipp in Gosau: Ein Schlösschen für Feinschmecker

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Einen Logis-Geheimtipp für Feinschmecker verrät Reisejournalist Claudius Rajchl auf seiner Website www.wirreisenwieder.at: Das Landhaus Koller ist eine stilvolle Villa aus dem 19. Jahrhundert, und die Gastgeber verwöhnen mit hervorragender Küche – inklusive Wildgerichten aus eigener Jagd. Idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Entdeckungen im Salzkammergut.

Details: https://www.wirreisenwieder.at/landhaus-koller/

Weitere Informationen:  www.hallstatt.net https://www.salzkammergut.at/

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