Lifestyle
03.06.2017

Starköchin Johanna Maier: Die Komponistin am Herd

Johanna Maier, die beste Köchin Österreichs, und ihre Söhne verwöhnen die Klassik-Stars Bartoli und Mutter.

Sie ist einsame Spitze und das im doppelten Sinn: Weil Johanna Maier, 65, genauso kocht und bei den „Chefdays“ in Graz soeben als einzige Frau unter die besten Köche Österreichs gewählt wurde. Platz 28 ist es geworden, um acht Plätze besser als vergangenes Jahr.

Es geht wieder bergauf in einer Karriere, die Höhen (einzige Köchin, die je vier Hauben und zwei Michelin-Sterne besaß) und „Tiefen“ kennt (drei Hauben sind geblieben). Denn Maier wird auf Einladung von Cecilia Bartoli, 51, künstlerische Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele morgen im Karl-Böhm-Saal im Festspielhaus, den Charity Lunch zu Ehren von Stargeigerin Anne-Sophie Mutter, 53, kreieren.

Cecilia Bartoli lädt ein und lässt aufkochen

Anne-Sophie feiert Bühnenjubiläum und spielt die erste Geige

Mutter, laut Management aufgrund „ihrer hohen Konzerttätigkeit“ nicht für ein Statement greifbar, feiert 40 Jahre Bühne und bekommt ein Festmahl serviert. Am Programm stehen Bach (Saibling), Erbsensüppchen, Maibock und Naschereien, zubereitet von Maiers Sohn Johannes, 29, frischgebackener Patissier des Jahres. „Ich bin stolz, dass ich mit meinen beiden Söhnen ein Menü komponieren durfte“, so Maier. „Ich steuere die Musik für den Gaumen bei.“ Angst, dass sie den Geschmack der Damen Mutter und Bartoli nicht treffen könnte, hat sie nicht: „Ich kenne beide nicht privat, aber von der Bühne und lasse mich von meinen Gefühlen leiten.

Offenbar zurecht. Ihr Restaurant Hubertus in Filzmoos, ist immer voll und die verlorene Haube des Gault Millau verdaut. „Geschmack unterliegt Moden, wie Designer auch. Einmal ist Louis Vuitton in, einmal Gaultier. Fakt ist, dass alle Qualität verkaufen.“ Der Charity-Lunch zugunsten junger Musiker (390 € für fünf Gänge mit Weinbegleitung), wird übrigens seit einer Woche vorbereitet. Das Rehlein aus Oberösterreich mit Wacholder, Piment und schwarzem Pfeffer mariniert und der Bachsaibling in Gartenkräutern, Orange, Anis und Steinsalz gebadet. „Es ist alles ganz harmonisch – wie ein Musikstück.“