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Lifestyle Sommer
07/05/2019

Grenzen überwinden

Pamela Forster ist Österreichs erste Freerunnerin, die von ihrer Sportart leben kann. So erlebt sie täglich einen Adrenalinschub.

von Julia Gschmeidler, Magdalena Meergraf

„Es ist eine Bewegungskunst, mit der man versucht, kreativ oder effizient Hindernisse zu überwinden“, erklärt Pamela Forster die Sportart, die sie zu ihrem Beruf gemacht hat. In der Stadt springt sie über Bänke und Mauern, in der Halle über Kästen – Grenzen gibt es für die 31-Jährige nicht. Früher hat sie im Büro Marketingagenden eines Fußballvereins gemanagt, heute führt sie Stunts für TV-Formate wie „Tatort“ oder „Kottan ermittelt“ aus.

Angefangen hat die gebürtige Niederösterreicherin eigentlich mit neun Jahren als Kunstturnerin, so hat sie auch erste artistische Erfahrungen gemacht. Über einen Kurs während ihres Sportwissenschaftstudiums namens Freestyle Move hat sie dann ihre wahre Leidenschaft entdeckt, Parkour und Freerunning, und war damit in einem männerdominierten Umfeld.

„Es gab schon diesen Überraschungseffekt bei den Männern, wenn ich genau denselben Vorwärtssalto gemacht habe wie sie“, sagt Forster retrospektiv. Aber eigentlich sei das bei dieser weder leistungs- noch wettkampfbezogenen Sportart auch egal.

In unserer Gesellschaft tragen immer Männer die schweren Sachen – dieses Bild sollten wir überdenken. Frauen können das genauso.

Ihr tägliches Training ist sehr vielseitig aufgebaut, neben Parkour übt sie auch das Raufklettern, von hoch oben Runterfallen sowie Kampfsport. Es seien keine Grenzen vorgegeben, man könne sich frei kreativ bewegen und es würden immer neue Tricks erfunden. Aber gerade das Runterfallen von einer hohen Distanz ist eine Überwindung für die Sportlerin.

„Eigentlich habe ich Höhenangst. Wenn ich wo raufklettere, ist das Adrenalin pur. Aber ich muss mich überwinden und wenn ich es schaffe, kann keine Droge dieses Gefühl ersetzen“, sagt sie. Das Risiko, das sie bei manchen Sprüngen eingeht, sieht sie minimal. Wichtig sei, viel Erfahrung mitzubringen und sich selbst gut einschätzen zu können. „Niemand will sofort von einem Hochhaus zum anderen springen“, relativiert Forster.