Gartenwissen: So wird das „leere Beet“ zur Chance
Gemüse im Juli nochmal säen: Radieschen, Rucola & Co. liefern schnell neue Ernte – plus Tipps für Hitze, Beet und Balkon.
Kaum sind Frühkartoffeln, Erdbeeren oder die ersten Salate geerntet, entstehen im Beet freie Flächen. Was auf den ersten Blick nach Saisonende aussieht, ist in Wahrheit eine neue Chance. Denn der Juli zählt mit zu den besten Monaten, um Gemüse und Kräuter für die zweite Jahreshälfte auszusäen – mit vielen Vorteilen: Die warmen Böden sorgen für eine schnelle Keimung, und die langen Tage bieten den Pflanzen ideale Wachstumsbedingungen.
Schnelle Ernte, großer Genuss
Besonders praktisch: Viele Gemüsesorten entwickeln sich innerhalb weniger Wochen und liefern schon bald frische Zutaten für die Sommerküche. Radieschen, Rucola oder Pflücksalate gehören zu den absoluten Schnellstartern. Sie benötigen wenig Platz und können sogar mehrmals hintereinander ausgesät werden. So ist immer für frisches Grün gesorgt. Auch Fisolen sind eine gute Wahl. Sie wachsen rasch, sind pflegeleicht und bringen bis in den Frühherbst hinein eine reiche Ernte.
Mangold wiederum zählt zu den oft unterschätzten Gemüsesorten – auch bei Hobbygärtnern. Zu Unrecht, denn mit seinen dekorativen Blättern eignet er sich perfekt für alle, die Gemüse und Schönheit im Beet verbinden möchten. Er lässt sich laufend ernten und treibt immer wieder nach. Auch seine Nährstoffbilanz kann sich sehen lassen: Mangold ist kalorienarm, reich an Vitaminen wie A, C und K sowie an Mineralstoffen wie Magnesium, Eisen und Kalium. Darüber hinaus setzen seine farbenfrohen Stiele in Gelb, Orange oder Rot attraktive Akzente und machen ihn auch optisch zu einem Highlight im Gemüsebeet.
Mangold sieht nicht nur dekorativ aus, sondern ist auch eine wahre Vitaminbombe
©Istock Photo/fotolinchenVorsorgen für die Herbsternte
Wer sein Beet clever plant, denkt die kühleren Monate am besten gleich mit: Spinat, Feldsalat oder Winterportulak werden erst später geerntet, sorgen aber für frisches Grün, wenn die meisten anderen Kulturen längst abgeerntet sind. Gerade in Hochbeeten oder kleinen Gärten lässt sich die vorhandene Fläche dadurch optimal ausnutzen. Nicht nur klassische Gemüsebeete profitieren von der zweiten Aussaat. Auch Balkonkästen, Kübel oder Pflanzgefäße eignen sich hervorragend für einen Neustart. Pflücksalate, Kräuter oder Radieschen gedeihen selbst auf kleinem Raum und machen den Balkon zur Mini-Gemüseküche. Wer verschiedene Sorten kombiniert, schafft nebenbei attraktive Arrangements aus unterschiedlichen Blattfarben und Formen. So verbinden sich Erntefreude und dekorative Gestaltung auf besonders charmante Weise.
Gut geschützt durch heiße Tage
Damit die jungen Pflanzen die Sommerhitze gut überstehen, lohnt sich etwas Aufmerksamkeit. Gegossen wird am besten in den frühen Morgenstunden oder am Abend, wenn die Sonne nicht mehr so intensiv scheint. So lässt sich vermeiden, dass Wasser auf den Blättern zu Schäden führt. Ratsam ist auch eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder gehäckseltem Stroh, denn sie hält die Feuchtigkeit länger im Boden und schützt vor dem Austrocknen. Gleichzeitig wird wucherndes Unkraut unterdrückt.
Wer jetzt sät, kann im Herbst noch einmal den Frühling auf den Teller bringen
©Getty Images/IstockPhoto/RouzesFür viele Hobbygärtner liegt in der zweiten Runde ein besonderer Reiz, denn statt die Saison langsam ausklingen zu lassen, beginnt noch einmal eine Zeit des Säens, Wachsens und Erntens. Und während sich die Tage langsam verkürzen, füllen sich Körbe und Küchen mit frischen Zutaten. So wird aus dem Sommerbeet ein kleines Paradies, das bis in den Herbst hinein Genuss und Erntefreude schenkt – und beweist, dass die Gartensaison noch lange nicht vorbei ist.
Pflanztipps: Jetzt säen, später ernten
Diese Gemüsearten eignen sich perfekt für die zweite Runde im Beet:
- Radieschen: Ernte nach vier bis sechs Wochen, ideal für Anfänger
- Rucola: Wächst schnell nach und bringt würzige Blätter bis in den Herbst
- Pflücksalate: Können laufend geerntet werden und benötigen wenig Platz
- Mangold: Dekorativ und ertragreich, verträgt auch spätsommerliche Temperaturen
- Fisolen: Liefern bis September frische Hülsen
- Dill und Petersilie: Perfekt für Balkonkästen und Hochbeete
- Spinat: Ab Ende Juli aussäen, Ernte im Herbst
- Feldsalat: Für knackiges Grün in der kalten Jahreszeit
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