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Diabetes bei der Katze: Neue Hoffnung für die Behandlung

Neben Insulinspritzen gibt es seit Kurzem orale Antidiabetika für die Vierbeiner. Forscher setzten jetzt aber auch auf die Insulinpumpe.
Eine dicke weiße Katze sitzt vor ihrem Futter.

Als der elfjährige Kurzhaarkater den Veterinärmedizinern vorgestellt wurde, war er antriebslos und etwas dehydriert. Ein Gesundheitscheck zeigte, dass das Schwergewicht an Diabetes mellitus erkrankt war. 

Da sich der Halter mit dem endokrinologischen Problem auskannte und auch mit der Handhabung von Insulinpumpen vertraut war, beschloss ein Forscherteam, den Patienten mit einem automatisierten Insulin-Abgabesystem zu behandeln.

Tatsächlich verbesserten sich die Glucosewerte des Vierbeiners rasch. Wie das Journal of Veterinary Internal Medicine kürzlich berichtete, reduzierte das Management die benötigte Insulindosis innerhalb von 33 Tagen auf Null.

Gerade Katzen sind häufig von Diabetes mellitus betroffen

„Der Fallbericht gibt Hoffnung für die Behandlung von Haustieren mit Diabetes. Gerade Katzen sind sehr häufig davon betroffen“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, warum die Stoffwechselerkrankung möglichst früh behandelt werden soll und was den Patienten schon jetzt hilft.

„Katzen können in gewisser Weise vor Diabetes geschützt werden“, sagt Reitl. Bekannt ist, dass Übergewicht eine Insulinresistenz begünstigt; gesund ernährte Vierbeiner erkranken seltener. Es liegt am Halter, seinen Schützling nicht fett zu füttern.

Bei rascher Behandlung erholt sich die Bauchspeicheldrüse

„Entwickelt die Katze Diabetes, ist schnelles Handeln gefragt“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Bei einer zeitnahen Diagnose, gefolgt von einer intensiven Insulintherapie erholt sich die überforderte Bauchspeicheldrüse in bis zu 50 Prozent der Fälle. Das Organ kann den Stoffwechsel zumindest eine Zeit lang wieder selbst regulieren. Normalgewicht unterstützt das Aussetzen der Symptome.

„Sind zusätzliche Erkrankungen ausgeschlossen, müssen zunächst Daten erhoben werden“, sagt Reitl. Ein Applikator, der auf die Haut des Patienten geklebt wird, misst kontinuierlich den Blutzucker. Der Sensor aus der Humanmedizin macht auch den Nadelstich für die Zuckertageskurven überflüssig. 

Gleichzeitig müssen Veterinärmediziner und Halter klären, welches Management gleichermaßen sinnvoll und machbar ist.

Insulintherapie ist bei zuckerkranken Katzen derzeit Goldstandard

„Derzeit ist die Insulintherapie Goldstandard“, sagt der Zoodoc: „Die Option hat die höchste Remissionsrate, d.h. sie ermöglicht häufiger ein vorübergehendes bzw. dauerhaftes Nachlassen der Symptome ohne vollständige Heilung bei Aussetzen der Therapie.“ 

Manche Katzenhalter kommen mit den Injektionen nicht gut zurecht

Doch rund 30 Prozent der Katzenbesitzer kommen damit nicht zurecht. Die einen schaffen es zeitlich nicht, die Injektion zwei Mal täglich zu einer fixen Uhrzeit zu setzen. Die anderen trauen sich den Umgang mit Spritzen nicht zu oder scheitern am Widerwillen des Vierbeiners.

Alternativ gibt es seit Kurzem ein orales Antidiabetikum, das als Flüssigkeit verabreicht wird. Reitl nennt es einen „Gamechanger“: „Die Katze kann mit dem neuen Medikament nicht in die Unterzuckerung geraten. Das passiert nur bei der Insulinspritze.“ 

Studien müssten allerdings erst klären, ob mit dem neuen Wirkstoff die Symptome ebenso verschwinden können wie nach den Injektionen. Auch die Wissenschaftler, die den Einsatz der Insulinpflasterpumpe begleiteten, wollen weiter forschen.

Ob Spritze oder orales Antidiabetikum - die Therapie muss individuell abgestimmt sein

„Jede Therapie hat ihre Vor- und Nachteile“, sagt Reitl. Das Management ist vor allem dann erfolgreich, wenn es individuell auf Patient und Halter abgestimmt ist. Laufende Kontrollen und Anpassungen sind für eine optimale Betreuung unumgänglich. Die Chance auf Remission ist umso größer, je schneller der Blutzuckerspiegel dauerhaft in den Normalbereich gesenkt werden kann und der Vierbeiner wieder ein gesundes Gewicht hat.

„Diabetes bei Katzen ist kein Todesurteil“, betont der KURIER-Tiercoach: „Mit Spezialfutter und der richtigen Therapie kann den Patienten sehr gut geholfen werden.“

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