Der neue Riviera-Look für Männer: Wenn der Dandy Urlaub macht
In der Mittagssonne von Nizza steht Cary Grant und wartet auf sein Stichwort von Alfred Hitchcock. Das cremefarbene Hemd ist hauchdünn und sitzt perfekt, der Seidenschal um den Hals verleiht einen edlen Touch. Alles wirkt locker und doch elegant. In „Über den Dächern von Nizza“ machte der Hollywoodstar gemeinsam mit Filmpartnerin Grace Kelly die Côte d’Azur im Jahr 1955 auch zur modischen Bühne.
Mehr als 70 Jahre später erlebt genau dieser Look ein Comeback. Männer kleiden sich wieder wie auf einem endlosen Sommerurlaub zwischen Cannes, Saint-Tropez und den Italo-Urlaubsorten Portofino und Forte dei Marmi. Statt Streetwear in Form von Jeans und T-Shirt gibt es immer öfter Leinensakkos, locker fallende weiße Hemden, Loafer ohne Socken, Sonnenbrillen mit Filmstar-Attitüde und vor allem eines: offene Krägen. Das Hemd wird nicht bis oben zugeknöpft. Brusthaare oder Goldketterln dürfen im Sonnenschein blitzen.
Paradebeispiel Jude Law
So wie bei Jude Law, der den Dandy auf Strandurlaub wahrscheinlich wie kein anderer repräsentiert. Der Brite zeigt sich nicht nur im Beachklub im Riviera-Look, auch auf dem roten Teppich ist er braun gebrannt und mit mindestens drei offenen Hemdknöpfen zum Designer-Anzug zu bewundern.
Jude Law zeigt neben Leinenanzügen auch Brusthaar dank aufgeknöpfter Hemden.
Zwischen Luxus und Freizeit
Daniel Craig hat diesen Stil in den vergangenen Jahren ebenfalls für sich entdeckt. Er passt perfekt zu seiner entspannten Attitüde. Der ehemalige James Bond tauscht die streng geschnittenen Agentenanzüge zunehmend gegen weichere Silhouetten. Bei Events erscheint er mittlerweile in offenen Hemden, lässigen Sakkos und Stoffhosen, die eher nach mediterraner Promenade als nach Londoner Red Carpet aussehen. Es ist ein Style, der selbst bei offiziellen Anlässen nicht mehr geschniegelt wirken will.
Daniel Craig
David Beckham in Jacquemus
Teenieheld Jacob Elordi ganz in Weiß (Bottega Veneta)
Modehistorisch betrachtet ist das kein Zufall. Die Riviera war schon immer der Hotspot für entspannte Eleganz. Bereits in den 1920er-Jahren reisten Aristokraten und Künstler an die französische Mittelmeerküste und entwickelten dort eine Garderobe, die zwischen Freizeit und Luxus pendelte.
Später perfektionierten Filmstars wie Cary Grant, Alain Delon oder Marcello Mastroianni die Formel: hochwertige Stoffe, helle Farben, perfekte Schnitte – aber niemals sichtbar bemüht. Genau das macht den Reiz heute wieder aus. Nach Jahren, in denen Sneaker, Hoodies und auffällige Logos den Ton angaben, setzen immer mehr Männer auf diese Form der erwachsenen Lässigkeit.
Cary Grant 1955 am Strand in „Über den Dächern von Nizza“ als Modevorbilder für gut gekleidete Dandys auf Urlaub.
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