Olivia Rodrigo kombinierte Babydoll zu klobigen Stiefeln
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Warum das Babydoll-Dress so provoziert

In den sozialen Netzwerken sorgt das verspielte Nachthemd für Gesprächsstoff – eine wiederkehrende Debatte.

Das Babydoll-Dress feiert sein modisches Comeback: Es handelt sich dabei um ein kurzes, locker fallendes Kleid mit hoch angesetztem Bund direkt unter der Brust, das in seiner Form an ein Nachthemd erinnert. Weltstar Sabrina Carpenter zeigte sich mehrmals darin, zuletzt auch US-Sängerin Olivia Rodrigo. Sie kombinierte ihr Mini-Kleid von Generation78 mit geschnürten kniehohen Stiefeln von Dr. Martens.

Sabrina Carpenter mit Babydoll-Dress und Strumpfband.

Sabrina Carpenter mit Babydoll-Dress und Strumpfband.

©Rolling Stone via Getty Images/Christopher Polk/Rolling Stone/Getty Images

Lange Diskussion

Ein Look, der derzeit in den sozialen Netzwerken für Gesprächsstoff sorgt. Während viele ihn als Ausdruck von Selbstbestimmung feiern, kritisieren andere die kindliche Anmutung und die damit verbundenen Bilder von Weiblichkeit.

Dabei ist der Schnitt keineswegs neu: Wie das Magazin Elle berichtet, tauchte der Begriff „Babydoll Dress“ erstmals 1912 in der Literatur auf, 1956 wurde es in der schwarzen Komödie „Baby Doll“ aufgegriffen. Darin spielt Carroll Baker die junge Ehefrau Meighan, die in kurzen Babydoll-Nachthemden auftritt und in einem Kinderbett schläft.

Nur wenige Jahre später hoben die Designer Cristóbal Balenciaga und Hubert de Givenchy das Outfit in die Welt der Haute Couture. Der lockere, kurze Schnitt galt als bewusster Gegenentwurf zum streng taillierten „New Look“ der Nachkriegszeit, der Weiblichkeit über Korsagen und enge Silhouetten definierte. Schon damals war der Aufschrei groß. Bald griffen auch Stilikonen wie Jane Birkin sowie Model Twiggy den Look auf. Die Kleider wurden zum Symbol für Rebellion und Jugendkultur.

Eine neue Diskussion um das Babydoll Dress entfachte in den 90er-Jahren, als Künstlerinnen wie Courtney Love und Kat Bjelland den „Kinderwhore“-Stil prägten. Sie traten in Babydollkleidern mit zerrissenen Strumpfhosen und verschmiertem Eyeliner auf – ein modisches Statement für weibliche Selbstbestimmung. Sängerin Olivia Rodrigo soll sich für ihren Auftritt bewusst von dieser Ästhetik inspirieren lassen.

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