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KURIER Family-Coach
05/07/2014

Wie lernt mein Kind mit dem Internet?

KURIER Family-Coach Martina Leibovici-Mühlberger über Lernen mit dem Computer oder Smartphone

KURIER-Family-Coach Martina Leibovici-Mühlbergers erste Assoziation zum Thema Smartphone zum Lernen? „Auf einem so kleinen Bildschirm ist es schwierig, sich ordentlich zu konzentrieren.“

Für sie müssen zum Arbeiten am Computer mehrere Voraussetzungen geschaffen werden.

Das Thema muss klar definiert werden

„Die Datenmassen des Internet sind sehr unspezifisch und müssen von den Kindern auf ihre Nützlichkeit überprüft werden. Bei einem Essay über Istanbul könnten sie einfach Teile zusammenkopieren, ohne sie zu strukturieren. Das kann das Internet nicht“, so Leibovici-Mühlberger.

Regeln für den Umgang mit Neuen Medien

Es muss klare Regeln für die Benutzung von Smartphone, Tablet und PC geben. Besonders, wenn sie in einem Lernkontext eingesetzt werden. Schließlich ist da die Ablenkung besonders groß. „Die Eltern sind die Führungspersonen und müssen die Rahmenbedingungen definieren. Zum Beispiel, dass zuerst Hausübung gemacht und dann gesurft werden muss. So können die Eltern mit den Kindern die Prioritätensetzung verhandeln. „Wenn das Kind argumentiert, dass es sich zuerst entspannen möchte und danach verlässlich die Hausübung macht, sei das auch in Ordnung, so Leibovici-Mühlberger„ Am Computer verlieren Kinder leicht das Zeitgefühl. So ein unstrukturierter Zeitraum ist besonders schlecht, wenn er anderes verdrängt“, warnt der KURIER-Family-Coach..

Selbstorganisation beibringen

Man kann von einem Kind nicht erwarten, dass es von selbst mit dem Computerspielen aufhört. „Die Selbstbegrenzungsfähigkeit kommt erst später. Selbstorganisation fängt ja nicht mit dem Internet an. Im Volksschulalter lernen Kinder, Schlafen, essen, ihre Sachen und langsam auch ihre Arbeit selbst einzuteilen“, erklärt Leibovici-Mühlberger. Erst wenn das Kind gelernt hat, Verantwortung für seinen Alltag zu übernehmen, kann es diese Fähigkeit auch in Bezug auf die Neuen Medien ausüben.

Lernen mehrdimensional gestalten

„Es gibt durchaus interessante Lernspiele. Die sind auch teurer, weil sie aufwändig gestaltet sind. Aber Lernen ist immer mehrdimensional und vor allem bei jungen Kindern viel mit Bewegung verbunden. Deswegen lernen sie etwa Buchstaben besser, wenn sie sie malen und basteln als wenn sie am Bildschirm damit spielen“, erklärt Leibovici-Mühlberger. Bei den Größeren sei das anders, aber noch immer von jeweiligen Lerntyp abhängig.

Nicht zu viele Aktivitäten gleichzeitig

Multitasking ist ein Irrglaube, stellten Experten inzwischen fest. Unser KURIER-Family-Coach erklärt, wieso: „Bei multiplen Konzentrationsabbrüchen, also ständigem Einstellen auf ein neues Thema, sinkt die Einlass-Tiefe. So merkt man sich einen Text schlechter, wenn man ihn nur überfliegt.“ Drübersurfen statt Lesen sei eine zunehmende Tendenz bei Jugendlichen, stellt sie fest.

Literatur lesen

Die Alltagssprache in Internet ist sehr verkürzt, bedauert Leibovici-Müählberger „Die sprachliche Ausdrucksfähigkeit lässt deutlich nach. Die Fähigkeit, Situationen und Emotionen zu beschreiben.“ Früher hätten die Kinder mehr Literatur in der Schule gelesen und dadurch auch ihren Wortschatz und ihr Sprachgefühl zu verbessern. „Schade, denn Sprache ist die Grundlage für Denken, Strukturierung und differenziertes Argumentieren.“

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