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Leben
12/02/2019

Werden wir jetzt überrollt? Elektro-Roller auf dem Vormarsch

Gleich zwei Berliner Start-ups wollen nun auch in Österreich mit ihren E-Rollern überzeugen.

von Christina Michlits

In Asien boomt der Markt für Elektro-Roller schon seit einigen Jahren und in Europa prägen vor allem Leih-Scooter langsam aber sicher das Stadtbild. Um unglaubliche 164 Prozent ist die Sharing-Nutzung von Rollern allein im letzten Jahr gobal gestiegen. Ein Großteil davon ist bereits strombetrieben. Ganz ohne CO2-Ausstoß werden sie in Großstädten eine immer beliebtere Alternative zum Auto.

Seit einigen Tagen vermietet nach dem ÖAMTC nun auch das Berliner Start-up emmy seine E-Mofas in Wien. Zudem will ein das deutsche Jungunternehmen unu auch hierzulande mit E-Rollern punkten. Der deutsche Marktfürher versucht sich mit seinem neuen Modell (ab Februar 2020) in Sachen Design von der immer stärker werden Konkurrenz abzuheben.

Stardesigner verpflichtet

Der preisgekrönte Industrie-Designer Christian Zanzotti hat das unu-Modell im Eiltempo überarbeitet und damit den drei Gründern aus der Patsche geholfen. „Ich hätte den Auftrag gar nicht annehmen dürfen“, erklärt Zanzotti über das Projekt. Der 34-jährige Shootingstar, der sonst für Kunden wie Audi oder BMW arbeitet, hat schon in der Presseaussendung anklingen lassen, wie schwierig die Ausgangslage war.

Dem KURIER sagt er dazu: „Ich wollte darauf hinweisen, dass ich erst am Ende des Entstehungsprozesses an Bord geholt wurde. So arbeite ich eigentlich nicht, weil es wichtig ist, von Anfang an für Analysearbeit eingebunden zu sein. Aber unu ist ein spezieller Kunde, den ich sehr schätze. Es war chaotisch und die junge Firma befand sich in einer kreativen Krise, weil das Designkonzept nicht prickelnd war, das Projekt aber schon weit fortgeschritten.“

Dennoch hat er schließlich zugesagt. Vor allem weil er den „sympathischen Jungs helfen“ wollte und es spannend ist, wenn ein Prototyp auch in Serie geht. Bei Großfirmen wie Audi ist das nämlich ganz anders. „80 Prozent der Entwürfe werden am Ende nicht umgesetzt. Was auch verständlich ist. Dort ist der Druck enorm und wenn etwas realisiert wird, dann ist das Investment bei diesen Unternehmen sehr hoch.“

Immerhin: Mit der finalen Version des neuen unu-Modells ist der Designer sehr zufrieden. Er selbst will sich das Gefährt jedenfalls für sich und seine Mitarbeiter zulegen. „Für den verrückten Verkehr in München ist der unu ideal.“

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