Boxer zählen zu den Hunderassen, die zu einem angeborenen Herzfehler neigen.

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Tiercoach
11/03/2014

Wenn das Herz nicht einwandfrei klopft

Das Leiden – ob angeboren oder erworben – muss richtig diagnostiziert und behandelt werden.

von Hedwig Derka

Ein Herz für Hunde. Schwächelt das Organ, liegt das Haustier matt im Körbchen, hat daheim keine Lust zum Spielen und draußen keine Luft, einem Steckerl hinterher zu jagen. Es hechelt und hustet. Im Extremfall färben sich Zunge und Schleimhäute blau, bis der Hund in Ohnmacht fällt.

"Es gibt angeborene Herzerkrankungen und später erworbene", unterscheidet Zoodoc Hanna Vielgrader die Ursachen der selben Symptome. Die Expertin aus dem KURIER-Tiercoach-Team erklärt, wie das Leiden richtig diagnostiziert und behandelt wird.

Alterserscheinung

Welpen kommen relativ selten mit defektem Herz zur Welt – auch wenn verschiedene Rassen zu diesem Problem neigen: Boxer, Retriever, Schäfer und Springer Spaniel haben eine Veranlagung dazu. Bei den meisten Tieren treten die Beschwerden erst im Laufe des Lebens auf. Vielfach ist es eine Alterserscheinung, der Herzmuskel verliert an Kraft. "Die Organe sind nicht immer auf 16 Jahre angelegt", kennt die Veterinärmedizinerin in der Tierärztlichen Ordination Tiergarten Schönbrunn die Praxis.

Wird Schlappheit beim Vierbeiner zum Dauerzustand, nimmt das Keuchen zu, muss der Patient gründlich untersucht werden. Der Spezialist hört mit dem Stethoskop den Brustraum ab, mittels Ultraschall klärt er, ob die Herzklappen dicht schließen und das Blut in gleichmäßiger Geschwindigkeit durchgepumpt wird. "Beim EKG fallen 99 Prozent der Herzfälle auf", sagt Vielgrader. Nur die eindeutige Diagnose ermöglicht eine entsprechende Behandlung.

Therapie

In der Regel lassen sich Herzerkrankungen beim Hund gut therapieren. Ein bis zwei Tabletten täglich oder eine wohlschmeckende Flüssigkeit mit Medizin verringern die Beschwerden. Unterstützend helfen Weißdornpillen mit Carnitin und Taurin. Zudem verbessern Nahrungsergänzungsmittel und eine salzarme Diät die Lebensqualität. Schonung des Patienten versteht sich von selbst. "Es gibt auch Herzschrittmacher. Chirurgische Eingriffe mit einen Herzkatheter werden in Österreich nicht durchgeführt", weiß die Expertin.

Herzpatienten müssen jedenfalls ein Mal im Jahr zur Kontrolle. Das geschädigte Organ kann nicht geheilt werden, bei optimaler Einstellung lässt sich die Schwäche aber kompensieren. Auch für mehrere lebenswerte Jahre.

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