Papageien brauchen einen Partner und viel Platz für Freiflug.

© /Yves Herman

Tiercoach
10/03/2016

Die Sprache der Vögel verstehen

Die artgerechte Haltung von Vögeln ist nicht einfach, Gezwitscher schwer zu deuten.

von Hedwig Derka

Als Franz von Assisi zu seinen "Brüdern" predigte, "begannen die Vögel, in wunderbarer Weise ihre Freude bezeugend, die Hälse zu recken, die Flügel auszubreiten, die Schnäbel zu öffnen und aufmerksam auf ihn zu schauen." Der Legende nach konnte sich der italienische Mönch (1181 – 1226) mit dem Federvieh unterhalten. Durch sein asketisches Naheverhältnis zur Natur wurde der spätere Ordensgründer zum "Patron der Tiere" erklärt. Seit 1931 ist sein Namenstag am 4. Oktober Welttierschutztag.

"Es gibt eine natürliche Sprache der Vögel, die Menschen verstehen können. Und es gibt Vögel, die die menschliche Sprache nachahmen können", sagt Zoodoc Katharina Reitl aus Sicht des KURIER-Tiercoach. Wer die Vogelstimmen richtig interpretieren will, braucht Beobachtungsgabe, Übung und ein gutes Gehör.

Dialekt

"Hunde und Katzen teilen viel über die Körpersprache mit. Bei vielen Vogelarten dominiert die Stimme", sagt der KURIER-Tiercoach. Jede Art hat ihre eigene Sprache, jede Region ihren Dialekt. Sittiche in Australien zwitschern anders als Sittiche in Austria. Die Sänger wollen ein Weibchen bezirzen, Kanarienvögel sind umso erfolgreicher bei der Brautwerbung, je schöner ihre Lieder sind. Die Muttertiere beschwatzen ihre Babys, die Jungen rufen ihre Eltern herbei. Was über das Balzen und die Futterrufe hinaus geht, wird für Laien kompliziert. "Halter müssen sehr genau und lange beobachten, um mehr zu verstehen", sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Ohren, die auch feine Unterschiede heraushören, helfen.

Papageienartige

Verständigung gelingt nicht zuletzt, wenn sich Vögel der menschlichen Sprache bedienen. Papageienartige plappern nicht nur nach, sie können Wörter auch im richtigen Sinn verwenden: "Es ist eine ungewohnte Situation für den Tierarzt, wenn der Papagei plötzlich ,Hallo‘ sagt, ,Aua!‘ oder ,Geh’n ma Baba‘", erzählt Reitl aus der Praxis.

Artgerechte Haltung

Was lustig klingt, hat meist einen traurigen Hintergrund. Nur Tiere, die von Hand aufgezogen wurden, ohne Artgenossen leben und sich stark am Menschen orientieren, reden. "Einzelhaltung ist verboten. Bei allen größeren Vögeln ist eine artgerechte Haltung mit ausreichend Flugraum sehr schwierig", betont Reitl den Tierschutzgedanken. Den formulierte Franz von Assisi anno dazumal übrigens so: "Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn es vonnöten ist".

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at

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