Leben
15.08.2018

Was an Mariä Himmelfahrt gefeiert wird

Der 15. August ist einer der ältesten christlichen Feiertage - warum er Christen Hoffnung schenkt.

Beim 15. August denken die meisten Menschen wohl an einen zusätzlichen Urlaubstag und übervolle italienische Strände. Dabei wird heute eines der ältesten christlichen Hochfeste gefeiert: An Mariä Himmelfahrt (nicht zu verwechseln mit Christi Himmelfahrt am 40. Tag nach Ostern und Mariä Empfängnis am 8. Dezember) gedenken Christen der Aufnahme Mariens in den Himmel (weshalb die theologisch korrekte Bezeichnung „Mariä Aufnahme in den Himmel“ lautet).

„Für uns Christen ein besonderer Feiertag“, erläutert Pater Andreas Petith, Pfarrer von Maria Taferl. „Schließlich hat uns Maria den Erlöser geboren und somit Licht, Liebe, Barmherzigkeit und Hoffnung geschenkt.“ Der Glaube an die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel wurde bereits im 5. Jahrhundert nachgewiesen und 1950 zum Dogma erhoben. Im Neuen Testament wird das Ereignis nicht belegt; ein Hinweis findet sich lediglich in der Offenbarung des Johannes, wo es heißt: Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.

An Mariä Himmelfahrt offenbart sich die den Christen zugesagte Zukunft des Menschen bei Gott, sagt Pater Andreas. „An Maria erfüllt sich als ersten Menschen, was Gott uns durch die Erlösungstat Jesu zugedacht hat: Mit Leib und Seele, ihrem ganzen Menschsein, wird sie zu Gott aufgenommen. Ihr Leben findet die Vollendung bei Gott. Daraus dürfen wir alle Hoffnung schöpfen, denn Maria war ein Mensch wie wir – ihr Weg ist auch unserer.“

Kräuter und Wallfahrt

In ganz Österreich finden heute zudem Kräutersegnungen statt. Der Brauch geht auf eine Legende zurück, erklärt Pater Andreas: An jenem Ort, wo der Leichnam der Gottesmutter beigesetzt worden war, fand man anstelle ihrer sterblichen Überreste duftende Kräuter. „Das soll ausdrücken, dass sie wirklich mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde und selbst einen Wohlgeruch an sich hatte.“

In Maria Taferl, dem zweitgrößten Marienwallfahrtsort Österreichs nach Mariazell, werden heute Tausende Pilger erwartet. „Es ist viel zu tun“, schmunzelt Pfarrer Andreas. Ähnlich belebt sind nur die italienischen Ferienorte. „Ferragosto“ hat hier auch eine weltliche Bedeutung, markiert er doch den Höhepunkt der Sommersaison – bevor es langsam aber sicher zu herbsteln beginnt.