Leben
27.03.2017

Warum Ivanka Trump ihren eigenen Rat befolgen sollte

In einem Kampagnen-Video ermutigt die Tochter des Präsidenten andere Frauen dazu, offen über ihre Arbeit zu sprechen. Sie selbst will dabei jedoch nicht mit gutem Beispiel voran gehen.

Bislang ist vieles an der Rolle, die Ivanka Trump zukünftig im Weißen Haus spielen wird, intransparent. Vergangene Woche berichtete das Magazin Politico, dass Ivanka Trump eigene Büroräume im Westflügel des Weißen Hauses bekommen soll. Einen offiziellen Posten habe sie jedoch nicht, berichtete das Magazin unter Berufung auf den Anwalt der Trump-Tochter, Jamie Gorelick (mehr dazu hier).

Die Bedeutung arbeitender Frauen hervorheben

Noch vor zwei Jahren war es jedoch Ivanka Trump selbst, die eine Kampagne startete, mit der sie andere Frauen dazu ermutigen wollte, die eigene Tätigkeit offen zu kommunizieren. "Nimm dich selbst auf und erzähle etwas über dich, gefolgt von deinem Namen und deiner tatsächlichen Berufsbezeichnung", heißt es auf Ivanka Trumps Website über das Projekt. Die Frauen sollen dabei ihre Rollen beschreiben, mit denen sie sich über ihren Arbeitsplatz hinausgehend identifizieren.

"Poste das Video in den sozialen Netzwerken und markiere einige Frauen, die dich inspirieren und ermutige sie dazu, ebenfalls mitzumachen. Vergiss dabei nicht den Hashtag #WomenWhoWork zu verwenden und @Ivanka Trump zu markieren." Das Video zu der Kampagne endet mit Ivanka Trump, die sagt: "Lasst uns der Welt zeigen, was es bedeutet, eine Frau zu sein, die arbeitet."

Der Eintrag auf der Website wurde am 16. November 2014 erstellt und ist auf Ivanka Trumps Website noch immer aufrufbar. Aus der Initiative soll schon bald ein Buch mit dem Titel "Women Who Work" hervorgehen.

Kritik an Intransparenz

Nun werden kritische Stimmen an Ivanka Trump laut. Weil für sie nicht transparent ist, "was es bedeutet, eine Frau u sein, die arbeitet". Und zwar in Ivankas Fall eine Frau, die im Weißen Haus arbeitet, ohne offizielle Stellenbeschreibung oder Aufgabe und das mit recht wenig Erfahrung, die darüber hinausgeht, die Tochter des Präsidenten zu sein. "Ausgehend davon, dass Ivanka Trumps Kampagne Frauen dazu ermutigen soll, stolz ihre verschiedenen Rollen in ihrem Arbeitsleben bekannt zu geben, ist es ironisch, dass Trump sich weigert, ihre eigene Rolle zu erklären. Vor allem, weil es sich um einen Arbeitsplatz im höchsten Amt der Nation handelt", heißt es dazu in einem Bericht auf Vox.com.

Sady Doyle schreibt in einem Bericht auf Elle.com, dass Ivanka mit ihrem Verhalten genau die das Gegenteil von dem tut, wozu sie andere Frauen ermutigt. Dass sie sich im Hintergrund für ein besseres Bild von ihrem Vater in der Öffentlichkeit einsetzt, ohne diese Leistung für sich selbst in Anspruch zu nehmen. "Ivanka steht für die Art von weiblicher Macht, wie sie in einer Gesellschaft aussieht, in der das weibliche Pendant zu 'Präsident' die 'Frau des Präsidenten' oder die 'Tochter des Präsidenten' ist. Trotz der von ihr angestoßenen Debatte um arbeitete Frauen ist Ivanka selbst die Bestätigung dafür, dass das Leben von Frauen in einem großen Ausmaß davon definiert wird, dafür zu arbeiten, dass sich ein Mann wohl fühlt und ihn zu managen."