Leben
09.02.2017

Warum die Ehe dieser Frau an Trump scheiterte

Die 73-jährige Gayle McCormick fühlte sich von der Unterstützungserklärung ihres Mannes für Trump derartig vor den Kopf gestoßen, dass sie sich von ihm trennte.

Gayle McCormick hätte niemals gedacht, dass die US-Präsidentschaftswahl weitreichende Folgen für ihr Privatleben haben könnte. Die 73-jährige pensionierte Gefängniswärterin aus Kalifornien beschreibt sich selbst als "Demokratin mit sozialistischem Einschlag". Das berichtet der Independent. Sie sei überrascht gewesen, als ihr Mann Bill im vergangenen Jahr bei einem Essen mit Freunden verlautbarte, dass er vorhabe, Trump zu wählen. Für sie ein absolutes K.o.-Kriterium. Gayle McCormick fühlte sich von ihrem Mann derart vor den Kopf gestoßen, dass sie sich dazu entschied, sich nach 22 gemeinsamen Jahren von ihm zu trennen.

Trump als Trennungs-Katalysator

"Es hat mich fertig gemacht, dass er Trump wählen könnte", sagte McCormick, die sich von der Unterstützung ihres Mannes für Trump betrogen fühlte."Ich fühlte mich als würde ich mich selbst belügen", sagte sie zum Independent. "Es hat Gräben zwischen uns aufgerissen, die mir vorher nicht bewusst waren. Ich habe realisiert, dass ich in meinem Leben an einem Punkt angekommen war, an dem ich Dinge akzeptierte, die ich niemals akzeptiert hätte als ich noch jünger war."

Gegenüber der New York Post führte McCormick weiter aus: "Ich war erzürnt. Ich sagte: 'Ich kann nicht glauben, dass ich mit jemandem verheiratet bin, der jemanden wählen könnte, dessen Erfolgsgeschichte bezüglich ziviler Freiheiten, seiner Gefühlen gegenüber Frauen und wie er Menschen generell behandelt derartig armselig ist'."

Letztendlich habe Bill dann zwar doch nicht für Trump gestimmt, Gayle will aber weiterhin von ihrem Mann getrennt bleiben. Eine Scheidung kommt für sie hingegen nicht in Frage, denn dafür seien sie "zu alt". Auch ihre neue Wohnung in Bellingham in Washington ist nicht weit von der ihres Mannes entfernt. "Ich wollte einfach nicht in einer Situation sein, in der ich 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche meine Ansichten verteidigen muss. Ich will nicht den Rest meines Lebens so verbringen", sagte McCormick zu New York Post.

Zerstörte Beziehung

Doch die Beziehung des Ehepaares McCormick ist nicht die einzige, die von der US-Präsidentschaftswahl in Mitleidenschaft gezogen wurde. Bei einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters, bei der 6.426 Menschen in allen 50 US-Bundesstaaten befragt wurden, gaben 39 Prozent der Antwortenden an, dass sie mit Freunden und Familie über Politik gestritten hätten. Die Umfrage wurde zwischen dem 27. Dezember und dem 18. Jänner durchgeführt. 16 Prozent hätten sogar gänzlich damit aufgehört, mit bestimmten Familienmitgliedern oder Freunden zu sprechen. Das Umfrageergebnis ergab aber auch, dass sich 21 Prozent mit jemandem angefreundet haben, den sie ohne die US-Wahl nicht kennengelernt hätten.