Leben
04/19/2019

Warnung vor Masern: Mutter teilt Fotos von erkranktem Baby

Die Bilder des mit dem hochansteckenden Masernvirus infizierten Babys lösen im Netz Betroffenheit aus.

Mit einem Posting auf dem sozialen Netzwerk Facebook will eine Mutter auf die Gefahren der Viruserkrankung Masern aufmerksam machen – und impfkritische Eltern zum Handeln animieren.

Am vergangenen Wochenende teilte die Londonerin Jilly Moss Bilder ihrer Tochter Alba auf ihrem Profil. Die Aufnahmen zeigen das Baby mit Schlauch in der Nase auf einem Krankenbett liegend: Sein Körper ist mit roten Flecken übersät.

Wie Moss auf dem sozialen Netzwerk schreibt, wurde sie von den Ärzten und Krankenschwestern des Chelsea and Westminster Hospital gebeten, die Fotos zu posten, um den Schweregrad der Erkrankung hervorzuheben.

Bei 20 von 100 Masernfällen kommt es zu Komplikationen wie Lungen-, Mittelohr- oder Gehirnentzündung. Die gefährlichste Komplikation ist eine spezielle, zum Tod führende Form der Gehirnentzündung (SSPE): Dabei greifen Masernviren fünf bis zehn Jahre nach der durchgemachten Infektion Nervenzellen im Gehirn an. Studien aus den vergangenen Jahren deuten darauf hin, dass das Risiko bisher vermutlich unterschätzt worden ist. Laut neueren Untersuchungen erkrankt eines von 600 Kindern, die im ersten Lebensjahr mit Masern infiziert werden, an SSPE.

Umso wichtiger ist Experten zufolge eine Immunsierung gegen den Virus mittels Impfung.

Zu klein für Impfung

Moss zufolge sei ihre Tochter noch zu klein gewesen, um ihr den MMR-Impfstoff (Mischung von in ihrer Virulenz abgeschwächten Viren, die per Injektion zur Immunisierung gegen Masern, Mumps und Röteln, Anm.) zu verabreichen. Sie sei dem Virus daher "schutzlos ausgeliefert" gewesen.

"Es war absolut schrecklich zu sehen, wie unsere Tochter vier Tage lang mit geschwollenen Augen kämpfen musste", schrieb Moss. "Sie war im Dunkeln, hatte Angst und hohes Fieber, das über zwei Wochen lang anhielt."

Im Krankenhaus habe man das Kind "durchgecheckt, geröntgt, gestochen und wieder gestochen", so Moss. Auch Lumbalpunktionen seien durchgeführt, Kanülen angebracht und Abstriche entnommen worden. Sie sei mittels Sonde gefüttert und mit entzündungshemmenden Antibiotika zur Schmerzlinderung versorgt worden.

"Lassen Sie Ihre Kinder impfen!"

Moss betont, dass, obwohl ihre Tochter zu jung für eine Impfung gewesen sei, ihre Infektion verhindert werden hätte können – "wenn älterer Kinder geimpft worden wären". Umso verantwortungsloser sieht Moss impfkritische Eltern, die ihren Kindern die Schutzimpfung verweigern. "Wir müssen mehr tun, Leute. Lassen Sie Ihre Kinder impfen!"

"Der MMR-Impfstoff verursacht keine lebensbedrohlichen Probleme wie Masern das tun. Ihr Baby fühlt sich vielleicht einen Tag lang etwas angeschlagen, aber glauben Sie mir, Sie wären damit einverstanden, wenn sie wüssten, was wir durchgemacht haben."

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt derzeit vor erhöhter Masernaktivität. In Europa wurden bis Dezember 2018 fast 60.000 Masernfälle und mindestens 64 Todesfälle registriert. In Österreich hat sich erst vor wenigen Tagen erneut ein Masern-Verdachtsfall in Kärnten bestätigt. Bereits in der Vorwoche hatten Masernerkrankungen in Kärnten und Vorarlberg für Aufregung gesorgt.