Leben
12.10.2018

"To Kill Her": Australische Bar erntet Kritik für Cocktailnamen

Auf Facebook machen User ihrem Ärger über den ihrer Meinung nach abstoßenden Getränkenamen Luft.

"To-Kill-Her" ("Um sie zu töten") – diesen Getränkenamen fanden Gäste der australischen Bar "Little Jack Horner" kürzlich auf der Cocktailkarte des besagten Lokals vor. Seither reißt die Kritik an dem von vielen als geschmacklos empfundenen Drink nicht ab. Wie die Lokalzeitung Central Telegraph berichtet, wurde der Longdrink aus Zitronensaft, Orangensaft, Cointreau, Grapefruitlikör und Tequila gemixt – und anschließend mit dem eingangs erwähnten Namen ausgewiesen.

"Bitte ändert das dringend"

Nachdem Berichte über die Bar diese Woche im Netz die Runde gemacht hatten, machten erboste User via Facebook ihrem Unmut Luft.

"Ein Cocktail, der mit 'Um sie zu töten' beworben wird. Ehrlich? Einfach nicht gut genug, Leute", schrieb etwa eine Nutzerin. "Bitte ändert das dringend...es ist völlig unpassend und ziemlich verstörend", forderte eine andere. Hingewiesen wurde im Kontext der Debatte auch darauf, dass die Wahl des Cocktailnamens angesichts der Statistiken zu häuslicher Gewalt in Australien mehr als unangebracht sei.

Gewalt gegen Frauen

Laut der Organisation White Ribbon Australia hat eine von vier Frauen im Land bereits Erfahrungen mit seelischem Missbrauch gemacht, eine von fünf hat sexualisierte Gewalt erlebt, jede zweite Frau war bereits von sexueller Belästigung betroffen und eine von sechs Frauen hat Erfahrungen mit Stalking gemacht. Im Schnitt wird in Australien pro Woche eine Frau in einer aufrechten Beziehung von ihrem Partner oder nach der Trennung getötet. Die White Ribbon Campaign ist eine weltweite Bewegung von Männern und Jungen, die sich dafür einsetzen, männliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu beenden.

"Es ist ein Wortspiel mit 'Tequila'"

Nicht alle User stehen dem Cocktail kritisch gegenüber. Ein männlicher User forderte die Kritiker zur Nachsicht auf: "Kommt schon, es ist ein Wortspiel mit 'Tequila'. Wenn sie das mit dem Wort 'Männer' gemacht hätten, wärt ihr dann auch so aufgebracht?". Er fügte hinzu: "Und ja, häusliche Gewalt ist überall furchtbar."

Mittlerweile hat das Lokal den Namen des Getränks geändert. Wie Yahoo berichtet, heißt der Drink nun "To-Love-Her". Auch auf der Website ist das Getränk nun unter diesem Namen zu finden.