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Tiere in der Fotofalle
06/09/2015

Witzige Selfies aus der Serengeti

Unzählige Male sind Tiere der Serengeti in den vergangenen Jahren in Fotofallen getappt. Viele der Selfies sind einfach nur niedlich, andere Zeugnis erbitterter Kämpfe. Forscher hoffen, aus den Bildern auf Veränderungen in der Savanne schließen zu können.

Die Nase eines neugierigen Geparden in Großaufnahme, die langen Wimpern einer Antilope im Gegenlicht, das faltige Hinterteil eines Nilpferds: Gleichermaßen überraschende wie entzückende Einblicke in das Tierleben der ostafrikanischen Serengeti bietet eine neue Fotodatenbank. Wissenschaftler haben dafür zusammen mit 28.000 freiwilligen Helfern etwa 1,2 Millionen Aufnahmen von Kamerafallen ausgewertet und katalogisiert.

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225 Kamerafallen

Die Bilder stammen von 225 Kamerafallen in einem 1125 Quadratkilometer großen Gebiet des Serengeti-Nationalparks, berichten die Forscher um Alexandra Swanson von der University of Minnesota in Minneapolis. Für die Datenbank begutachteten demnach jeweils mehrere Helfer die Bilder und ermöglichten eine Einordnung, indem sie Merkmale wie die fotografierte Art, die Zahl der Tiere, ihr Verhalten und das Vorhandensein von Jungtieren angaben.

Alle Fotos der Datenbank wurden zwischen 2010 bis 2013 in dem Gebiet in Tansania aufgenommen. Auf den mehr als 322.000 Bildern, auf denen Tiere zu sehen sind, wurden etwa 40 verschiedene Arten identifiziert - darunter auch ungewöhnliche wie Erdwolf, Honigdachs und Zorilla (ein marderähnliches Raubtier). Die übrigen der gut eine Million Aufnahmen seien Fehlschüsse gewesen, ausgelöst etwa durch hohe Temperaturen oder Pflanzen in der Umgebung.

Verhaltensforschung revolutioniert

Kamerafallen hätten in den vergangenen 20 Jahren die Verhaltensforschung revolutioniert, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal „Scientific Data“. Anfangs seien sie vor allem dazu genutzt worden, in Schutzgebieten sehr seltene Tiere nachzuweisen oder Bestandsschätzungen vorzunehmen. Inzwischen gebe es immense Mengen solcher Aufnahmen und die Herausforderung sei vor allem, diese über spezielle Algorithmen sinnvoll auswerten zu können. Mit solchen Analysen lasse sich dann die dynamische Entwicklung eines Ökosystems in vielen Facetten nachvollziehen.

Der Serengeti-Nationalpark gehört mit knapp 15 000 Quadratkilometern Fläche zu den größten Nationalparks der Welt, 1981 wurde er zum Weltnaturerbe erklärt. Sein Name bedeutet in der Sprache der örtlichen Massai etwa so viel wie „endlose Ebene“ - tatsächlich erstreckt sich das Grasland unermesslich weit.
Berühmt ist vor allem die große Tiermigration: Jedes Jahr wandern rund zwei Millionen Zebras, Gnus und andere Antilopen von der Serengeti in Tansania in das Masai-Mara-Gebiet in Kenia. Der deutsche Naturschützer Bernhard Grzimek hatte die Massenwanderung bereits 1959 in seiner oscargekrönten Dokumentation „Serengeti darf nicht sterben“ in beeindruckenden Bildern festgehalten.

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