Leben
14.03.2016

Welches Emoji am meisten verwendet wird

Auf einer Technikmesse in Texas wurden neue Erkenntnisse zur Emoji-Verwendung präsentiert.

Emojis sind aus unserem Kommunikationsalltag nicht mehr wegzudenken. Weltweit werden jeden Tag sechs Milliarden der kleinen Bildchen, die in den späten 1990er-Jahren von eine japanischen Firma erfunden wurden und vor etwa fünf Jahren unsere Smartphones erobert haben, verschickt. Jenes Emoji, das vor lauter Lachen weinen muss, wurde im vergangenen Herbst vom ehrwürdigen Oxford Dictionary doch glatt zum "Wort des Jahres" erkoren. Dieses Bildchen führt übrigens auch das "Ranking" von emojitracker.com an: Die Website zeigt in Echtzeit, wie oft welches Emoji auf Twitter verwendet wurde.

Auf der Technikmesse South by Southwest (SXSW) in Austin, Texas wurden nun neue Erkenntnisse zur Emoji-Verwendung präsentiert. Ben Medlock, Mitbegründer der Tastatur-App SwiftKey, analysierte gemeinsam mit der Linguistin Gretchen McCulloch Millionen Emojis - und kam zu folgenden Erkenntnissen:

  • 70 Prozent der Emojis werden verwendet, um positive Gefühle auszudrücken; je 15 Prozent sind neutral und negativ. Laut Medlock hat das damit zu tun, dass wir nach außen hin ein positives Image transportieren wollen.
  • Das "Wort des Jahres" ist auch das Emoji der Stunde: Der Smiley mit den Freudentränen ist das meistverwendete Bildchen, fand Medlock heraus. Es macht 20 Prozent der gesamten Emoji-Verwendung aus.
  • Emojis werden sehr oft mehrmals hintereinander verwendet, vor allem bei bekannten Gesten wie Händeklatschen oder Daumen nach oben.
  • Die Beliebtheit von Emojis hängt mit dem Land, in dem sie verwendet werden, zusammen. Auf Hawaii werden die meisten Palmen, Surfer und Sonnenuntergänge gepostet. Franzosen verwenden Herzen (auch gebrochene!) viermal so oft wie alle anderen. Der Weihnachtsmann hat in den skandinavischen Ländern die Nase vorne. Und in Las Vegas ist die Aubergine besonders beliebt: Sie gilt als jenes Emoji, das dem männlichen Geschlecht am ähnlichsten ist.
  • Auch andere, auf den ersten Blick harmlose, Bildchen werden demnach zum "Sexting" verwendet: Die Zunge steht für Cunnilingus, der offene Mund für Blowjob, der Pfirsich für Vagina.
  • Emojis, die für gleichgeschlechtliche Liebe stehen, werden vorwiegend in konservativen Ländern verwendet.
  • Emojis seien eine Ergänzung zu unserer Sprache, sagt die Linguistin Gretchen McCullochBen - und nicht, wie vielfach behauptet, ein eigenes Sprachsystem.