Leben
26.04.2018

Suizidgedanken: Lkw-Fahrer retten Mann das Leben

In der US-Stadt Detroit halfen 13 Lkw-Fahrer einen Suizid auf einer Autobahnbrücke zu verhindern.

Schauplatz Detroit: Auf einer Autobahnbrücke an der Interstate 696 entdeckt die Polizei vor wenigen Tagen auf Live-Bildern einer Überwachungskamera einen Mann. Er steht in der Dunkelheit an der Brüstung, blickt auf die unten vorbeibrausenden Autos hinab. Die Beamten gehen davon aus, dass der Mann springen will. Als die Einsatzkräfte eintreffen, ist der Mann noch immer dort. Mittlerweile ist es ein Uhr nachts.

Brücke unter der Brücke

Sofort sperren die Polizisten die Autobahn. Sie beginnen mit dem Mann zu kommunizieren und ihn zum Weggehen zu bewegen, wie der TV-Sender Fox 2 berichtet. Bis zu diesem Punkt läuft bei dem Einsatz alles routinemäßig ab. Nach einiger Zeit bewegt sich ein Lastwagen an den Absperrungen vorbei. Der Fahrer stellt den Wagen direkt unter der Brücke ab. Wenige Minuten später gesellt sich ein zweiter dazu. Es folgen elf weitere. Die Fahrer bilden eine Brücke unter der Brücke, ein Sicherheitsnetz, sollte der Mann sich dazu entscheiden zu springen.

Einer der Trucker postete ein Foto, das die Lkw-Reihe aus nächster Nähe zeigt, auf Facebook:

Wie sich später herausstellte, hatte die Michigan State Police die Aktion organisiert. Das bestätigte ein Sprecher der Associated Press. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass die Interventionsmaßnahme eingesetzt wurde. Allerdings hätten sich dieses Mal ungewöhnlich viele freiwillige Fahrer beteiligt. "Das ist etwas, was wir seit vielen Jahren machen, aber es wurde nie wirklich öffentlich", erklärte die Michigan State Police im Gespräch mit dem US-amerikanischen Auto-Blog Jalopnik. Die Lkw bilden eine Art "Sicherheitsnetz" für die Fälle, in denen die Gespräche mit den Betroffenen nicht erfolgreich verlaufen, oder in denen diese den Halt verlieren und fallen. "Dann stürzen sie nur wenige Fuß, anstatt 15 bis 20 Fuß auf den Asphalt."

Deeskalation zu Sonnenaufgang

Als der letzte Truck unter der Brücke zum Stehen kommt, geht bereits die Sonne auf. An der Seite des Mannes auf der Brücke haben sich Polizisten positioniert. Sie können ihn schlussendlich dazu bewegen, sein Leben nicht zu beenden. Er wird in ein naheliegendes Krankenhaus gebracht, wie die Washington Post schreibt.

Die Straßensperre wird daraufhin aufgehoben, die Lkw fahren weiter.

Auf Twitter bedankte sich die Michigan State Police bei den Freiwilligen für ihre Zivilcourage - und teilte Hilfsangebote für Menschen, die sich mit Gedanken an Suizid konfrontiert sehen.

Hilfe finden Sie bei der Telefonseelsorge (142) sowie bei Rat auf Draht (147) und online: www.kriseninterventionszentrum.at & www.bittelebe.at.