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Studie

Vegetarier haben weniger Vorurteile

Wer kein Fleisch isst, hat laut aktueller Studie, auch einen positiveren Zugang zu anderen Menschen.

07/25/2015, 09:11 AM

Menschen, die Fleisch und andere tierische Produkte essen, neigen eher zu Vorurteilen als „GemĂŒseliebhaber“. Außerdem befĂŒrworten sie innerhalb von Gruppen eher autoritĂ€re Strukturen und Hierarchien. Wie ausgeprĂ€gt dieser Effekt ist, hĂ€ngt vom Geschlecht und vom Alter der Personen ab. Das ist das Ergebnis der Studie „Diet, authoritarianism, social dominance orientation, and predisposition to prejudice“. Die Studienergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „British Food Journal“ veröffentlicht.

Zunehmend mehr Menschen leben vegetarisch, das heißt sie verzichten auf den Konsum von Fleisch und Fisch und ernĂ€hren sich nur von pflanzlicher Nahrung, Milch und Eiern. Auch die vegane ErnĂ€hrungsform, also die BeschrĂ€nkung auf den Verzehr von nur pflanzlichen Produkten, ist insbesondere unter der jĂŒngeren Bevölkerung weit verbreitet und gewinnt zunehmend an Beliebtheit.

GrĂ¶ĂŸerer Unterschied bei MĂ€nnern

Die Ergebnisse im Detail: Menschen, die sich omnivor ernĂ€hren, also sowohl Getreide, GemĂŒse und Obst, als auch Fleisch, Fisch, Milch und Eier verzehren, weisen im Vergleich zu Vegetariern und Veganern eine höhere Neigung zu Vorurteilen auf. Bei MĂ€nnern war der Unterschied deutlicher zu sehen als bei Frauen. „Wir haben in unserer Studie gesehen, dass Ă€ltere Personen generell mehr dazu neigen, Vorurteile gegenĂŒber anderen Personen zu haben. In allen Altersgruppen gab es aber einen Unterschied zwischen Vegetariern, Veganern und Omnivoren, das heißt die ErnĂ€hrungsweise hing, unabhĂ€ngig vom Alter, mit der Einstellung gegenĂŒber anderen Personen zusammen“, sagt Studienautorin Susanne Sieger von der UniversitĂ€tsmedizin Mainz.

Zudem befĂŒrworten Omnivore eher autoritĂ€re Strukturen als Vegetarier und Veganer dies tun. Psychologin Petra Veser erklĂ€rt: „Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernĂ€hren, halten offenbar nicht so stark an Althergebrachtem fest, außerdem bevorzugen sie hĂ€ufiger gleichwertige Beziehungen gegenĂŒber hierarchischen.“ Auch dieser Unterschied war bei den MĂ€nnern ausgeprĂ€gter als bei den Frauen.

Die Wissenschaftler haben fĂŒr die Studie Daten von rund 1400 Personen im Alter von 12 bis 86 Jahren hinsichtlich deren ErnĂ€hrungsgewohnheiten und sozialen Einstellungen erhoben. Die von den Studienteilnehmern angegebene ErnĂ€hrungsweise wurde einer der drei ErnĂ€hrungsformen zugeordnet: omnivor, vegetarisch, vegan. Jeweils ein Drittel der Befragten ernĂ€hrte sich omnivor (35 Prozent), vegetarisch (31 Prozent) beziehungsweise vegan (34 Prozent). Die hohe Zahl von Vegetariern und Veganern entspricht nicht der realen Verteilung in der Bevölkerung. Die Forscher waren bemĂŒht, besonders viele Vegetarier und Veganer zur Teilnahme zu gewinnen, um auch von diesen Gruppen statistisch verlĂ€ssliche Aussagen zu erhalten.

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