UV-Aufnahme einer Sonneneruption am 10. September. Der hier entstehende Sonnenwind trifft bis Samstag abend direkt auf die Erde

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Weltraumwetter
09/13/2014

Starker Sonnensturm trifft bis Samstagabend auf die Erde

Was im Inneren der Sonnenwinde passiert, interessiert Physiker brennend

von Martin Burger

Heftige Sonnenwinde treffen seit gestern, Freitag, auf die Erde. Sie stammen von einem relativ schwachen ersten Strahlensturm der M-Klasse – schwach im Vergleich zu einem zweiten Sturm, dessen Ankunft bis Samstag Abend erwartet wurde und der der stärkeren X-Klasse ("x-flare") angehört. Flares oder Sonnenstürme werden nach ihrer Röntgenstrahlungsenergie in die Klassen A, B, C, M und X unterteilt. Der Grazer Sonnenphysiker Christian Möstl von der Karl Franzens-Universität erläutert, warum der zweite "event" theoretisch schwerwiegendere Folgen haben könnte als Nordlichter in den höheren Breiten auszulösen. "Dieser Sturm ist in der Mitte der Sonnenscheibe ausgebrochen und daher genau auf die Erde gerichtet." 2003 gab es die letzten schweren Schäden durch Magnetstürme in Form von Stromausfällen in Schweden, 2010 ging der Galaxy-15-Satellit verloren.

Schwache Sonnenaktivität

"Wir durchlaufen an sich eine Phase schwacher Sonnenaktivität. Zum Glück, denn im vergangenen Jahrzehnt wurden viele neue Satelliten gebaut und die Gesellschaft wird immer abhängiger von für elektromagnetische Störungen anfälligen Technologien wie das Navigationssystem GPS." Die Vorhersage des Weltraumwetters ist unausgereift. Die Forscher wissen nicht, wie es im spiralförmigen Inneren des Sturms, der aus geladenen Teilchen besteht und den man annäherungsweise mit dem Auge eines Hurrikans vergleicht, passiert. Dort müsste man quasi Mäuschen sein, denn damit der Sonnenwind ein Maximum an Energie und übertragen und ein Höchstmaß an Schaden anrichten kann, müssen Sturm- und Erdmagnetfeld gegenläufig sein. 2015 bewegen sich die zwei Beobachtungs-Sonden der Sonne auf der erdabgewandten Seite der Sonne. „Wir sind dann für ein Jahr praktisch blind.“

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