Star-Magier Klok: "Gibt immer mehrere Lieben im Leben"

Hans Klok
Foto: Kurier/Juerg Christandl  

Hans Klok, 48, verzaubert seit Jahrzehnten das Publikum. Er ist ein Freund von Siegfried und Roy und ist mit Edel-Assistentin Pamela Anderson in Las Vegas aufgetreten. 2018 kommt der Magier mit seiner neuen Show „House of Mystery“ nach Österreich. In der freizeit erzählt er, wie er in zwei Wochen Deutsch gelernt hat, in welcher Beziehung er zu Sexsymbol Pamela steht und was es mit seiner Frisur auf sich hat.

Herr  Klok, dafür, dass Sie schon relativ oft geköpft, zersägt und erstochen wurden, sehen Sie eigentlich  fantastisch aus.
(Hans Klok lacht, seine strahlend weißen Zähne blitzen auf. Man merkt aber, dass er den Spruch nicht zum ersten Mal hört.)

Dankeschön, ich habe zum Glück alles überlebt.   

Wie kommt es, dass Sie Johannes Franciscus Catharinus heißen? Sind Ihre Eltern sehr gläubig oder sind Sie  Papst?

Ach nein, meine Eltern sind normale Katholiken und ich weiß gar nicht, warum sie sich so entschieden haben. Aber mein Rufname ist nur Hans.

Was sehr österreichisch klingt.

Dann müsste es  aber Hansi heißen.

Kennen Sie den berühmtesten Hansi Österreichs, Herrn Hinterseer?  

Ja, ich habe ihn schon öfter in Shows getroffen. Meine Mutter liebt ihn. Es ist ja witzig, weil die Leute in Holland zu mir auch Hansi sagen. Vielleicht sollte ich meinen Namen ändern.

Haben Sie sich mit Herrn Hinterseer je über Frisuren ausgetauscht?

Das nicht, aber wir haben tatsächlich dieselbe Frisur. Erst heute Morgen habe ich mir wieder gedacht, dass ich dieses Haar-Image habe. Es ist so altmodisch, wie die Bee Gees in den 1970ern. Alle 15 Jahre wiederholt sich die Mode ja. Wenn ich noch  zehn Jahre warte, bin ich wieder superhip – falls ich dann überhaupt noch Haare habe.

Wie geht es Ihrer Assistentin Pamela Anderson? Sie hat Sie ja kürzlich bei der  Promotion für Ihre neue Show „House of Mystery“ in Deutschland begleitet.  
Pamela geht es gut. Es war toll mit ihr zu arbeiten. Sie hat Talent.

Viele Männer wollen sicher wissen, wo man so einer erotischen Frau begegnet.

Joop van den Ende, der 2007 meine Show in Las Vegas produziert hat, meinte damals: „Hans, du brauchst eine Assistentin!“ Zuerst haben wir Carmen Electra gefragt. Aber nach drei Monaten Training  mussten wir feststellen, dass sie es nicht packt.  Joop kam dann auf die Idee, Pamela Anderson zu  fragen und sie hat sofort Ja gesagt.

Sie haben Sie sicher auf Anhieb verzaubert.

Sie sagte, sie hätte eine Bucket List (Anm.: Wunschliste fürs Leben). Und einer ihrer Top-Five-Wünsche wäre immer gewesen, einmal  die Assistentin eines Magiers zu sein. Der Plan war, drei Monate zusammenzuarbeiten. Aber dann lief es so gut, dass sechs Monate daraus wurden.

Carmen Electra, Pamela Anderson: Sex-Appeal ist in der Magie wohl unerlässlich. 

Es geht aber auch um ganz andere Dinge. Pamela ist eine sehr intelligente Frau. Ich habe auch zwei Assistentinnen, mit denen ich seit 20 Jahren gemeinsam auftrete. Da geht es um Charisma und um Verständnis, was die Tricks betrifft. Das ist genauso wichtig.

Jetzt einmal ehrlich: Unansehnlich  dürfte man aber auch nicht sein.

Natürlich nicht, das ist das Show-Business.

Jung oder alt?

Ich arbeite gerne mit älteren Frauen zusammen. Ich bin fast 50, Sarina, meine russische Assistentin ist 49 und Natalie ist 42, abgesehen davon, dass beide aussehen wie 25. Jüngere Assistentinnen wären einfach nicht gut. Da glaubt dann jeder, da steht der Opa mit der Enkelin auf der Bühne. Frauen ab 35 sind auch viel selbstsicherer. Das ist überhaupt das Schöne am Alter. Du bist nicht mehr so unsicher, hast eine eigene  Meinung und schon etwas erreicht.

Hans Klok performs during the 38th Monte-Carlo Int… Foto: AP/Valery Hache

Hans Klok mit seiner Assistentin bei seiner Bühnen-Show

Pamela Anderson ist mittlerweile 50 Jahre alt, genau Ihr Beuteschema. Ihnen wurde damals eine Liebesaffäre nachgesagt ...

Es wird so viel geschrieben. Pamela hat gleich gesagt: „Da haben wir eine zweite gute Geschichte dazu.“ Ich bin schwul, das kann man überall nachlesen und die meisten Leute wissen das. Aber darum geht es ja nicht. Es geht für mich darum, wer ich bin und was ich auf der Bühne mache. Aber ich kann verstehen, dass die Leute sagen „die haben was miteinander“, wenn man mit Pamela arbeitet.

Auf Wikipedia steht, dass Sie seit Ihrem Coming-out 1991 mit einem Physiotherapeuten zusammen sind. Das sind 25 Jahre. Sie feiern quasi Silberhochzeit.

Nein, das stimmt nicht mehr. Wir haben uns nach 17 Jahren getrennt, sind aber immer noch gute Freunde. Es gibt eben mehrere Lieben in einem Leben. Nicht unendlich viele, aber vier oder fünf. Es war so, dass ich zu der Zeit neun Monate durchgehend in Las Vegas war. Da hat das nicht mehr funktioniert. Aber die 17 Jahre waren schön.

Stimmt es, dass es in Las Vegas keine Uhren gibt?

Ja, die wollen, dass die Leute in den Casinos immer weiterspielen und trinken. Las Vegas ist ein schöner Platz, aber nach drei Tagen kann ich nur sagen: „Flieg weg, geh weiter!“

Wie war es für Sie, dort zu leben?  

Ich habe 20 Autominuten entfernt vom Strip gewohnt. Es war ein bisschen wie bei „Melrose Place“, verschiedene Villen mit einem gemeinsamen Swimmingpool. Direkt in Las Vegas zu leben, ist nicht schön. Es gibt so viel Prostitution, es ist eine gefährliche Stadt. Aber ich liebe es mehr als Los Angeles. Ich habe noch nie so viele Obdachlose gesehen wie in Hollywood. Deswegen wollte Pamela auch nicht mehr in L. A. leben. Diese Stadt hat eine negative Energie.  

Wann waren Sie zuletzt in Las Vegas?

Im Juni, um Urlaub zu machen. Aber vielleicht kehre ich ja mit Pamela dorthin zurück.

Hans Klok Foto: Kurier/Juerg Christandl

Klok beim Interview mit dem freizeit-KURIER im Do&Co Albertina

Ist es nicht so, dass die Magie aus der Mode gekommen ist? Oder kann man mit genügend technischem Aufwand dem Zeitgeist noch entsprechen?

In meiner Show gibt es gar nicht so viel Technik. Es ist vor allem Körperlichkeit und Fingerfertigkeit gefragt, dazu kommen Videoleinwände, Lasershows, Licht ... Man muss das machen, um mit großen Shows wie „Cirque du Soleil“ mithalten zu können. Aber ich finde es toll, dass ich immer noch so viel Publikum habe. Natürlich werden viele Tricks heutzutage auf YouTube erklärt. Früher wollten die Leute wissen, wie alles funktioniert, aber heute haben sie mehr Respekt vor der Ausführung.

Ob es Magier in hundert Jahren noch gibt?  

Wer weiß das schon? Vielleicht gibt es dann ja eine Spezialbrille, mit der man durch alles hindurchschauen kann.

Können Sie sich vorstellen, irgendwann nicht mehr auf der Bühne zu stehen?

Im Moment nicht. Ich bin gut befreundet mit Siegfried und Roy. Seit dem Unfall mit dem weißen Tiger vor elf Jahren sind sie nicht mehr aufgetreten und Siegfried hat zu mir gesagt: „Hans, ich war es gewohnt, meine Assistentin anzurufen, wenn ich um drei Uhr nachts einen Hamburger wollte. Eine halbe Stunde später hatte ich ihn. Als alles vorbei war, war ich zum ersten Mal tanken und in einem Supermarkt. Ich kann es jetzt genießen, aber es hat drei, vier Jahre gedauert, mich daran zu gewöhnen.“

Wie lange wollen Sie weitermachen?  

Ich hoffe, dass ich das noch 20 Jahre mache. Aber ich weiß nicht, ob mir das gegeben ist. Es ist sehr anstrengend und man muss sportlich sein. Die letzten drei Wochen war ich aber so mit der Promotion für die neue Tour eingedeckt, dass ich keine Zeit dafür hatte. Grundsätzlich gibt es im Leben aber mehr als nur Auftritte. Ich lese gerne Biografien, gehe in die Kneipe und kann mir vorstellen, einmal anderen Magiern auf ihrem Weg zu helfen. Es gibt noch viel zu tun.

Wenn Sie einmal nicht unterwegs sind, leben Sie in IJmudien, eineinhalb Stunden von Amsterdam entfernt. Sie haben dort angeblich ein Museum mit all Ihren Erinnerungsstücken?

Das stimmt, aber ich finde, dass man nicht in der Erinnerung leben sollte. Ich gucke eigentlich immer weiter. Aber ich habe eine Glasvitrine, in der mein erster Zauberkasten steht und ich  Tricks aufbewahre, die ich seit 30 Jahren nicht mehr gemacht habe. Ich habe auch noch alte Kostüme aus der Kindheit. Aber ich bin nicht so verstaubt, dass ich mir täglich  diese Dinge ansehe.

Magier ist kein gewöhnlicher Beruf. Wie kamen Sie überhaupt dazu?

Angefangen hat eigentlich alles mit einem Zauberkasten, den ich zu Weihnachten unbedingt haben wollte.  Ich war damals zehn und es hieß, er sei ausverkauft. Aber meine Großmutter hat zum Glück  vier, fünf Läden abgeklappert, um doch noch einen zu finden. Es waren aber auch mein Vater und mein Großvater begeistert von der Magie. Das hat auch viel mit Technik und Requisite zu tun. Mein Vater war Ingenieur und hat etwas davon verstanden.  

Und die Schule? Kam die nicht zu kurz?

Ehrlich gesagt, war ich in der Schule ziemlich schlecht. Meinen Eltern war nur wichtig, dass ich eine klassische Tanzausbildung mache. Ich fand das zwar nicht cool, habe das aber drei Jahre gemacht. Heute bin ich froh darüber. Es ist wichtig, sich auf der Bühne gut bewegen zu können. Es geht auch um die Verpackung. Madonna ist nicht die beste, aber die bekannteste  Sängerin der Welt. Sie macht einen tolle Show!

Haben Sie denn je davon geträumt, berühmt zu werden?

Ich wollte immer Magier werden  und habe nicht an Bekanntheit gedacht.  Aber ich wollte schon als Kind davon leben können. Als ich 17, 18 Jahre alt war, hatte ich meine ersten Erfolge und mit 19 meinen ersten Fernseh-Auftritt. Da habe ich gesehen, dass es  ein Vorteil ist,  bekannt zu sein. Du kannst mehr Menschen für die eigene Show begeistern. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich als Kind mit ausgebreiteten Armen im Schlafzimmer gestanden bin und mich verbeugt habe. Plötzlich ist meine Mutter in der Tür gestanden und wollte wissen, was ich da mache. Ich sagte: „Ich bedanke mich beim Publikum.“ Ich habe also immer an mich geglaubt.  

Hans Klok Foto: Kurier/Juerg Christandl INTERVIEW MIT MAGIER HANS KLOK Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Warum sprechen Sie eigentlich so gut Deutsch?  

Linda de Mol spricht sehr gut Deutsch (Anm: niederländische  Moderatorin der „Traumhochzeit“). Ich habe sie gefragt, wo sie das gelernt hat. Sie hat mir dann von einem Kloster in Fürth erzählt, wo man in einer Woche eine Sprache lernen kann. Ich habe zwei Wochen Deutsch und Englisch gemacht, Französisch eine Woche, aber es war zu schwierig. Immerhin kann ich  die Franzosen gut verstehen. Aber es ist wirklich so, das man dort in kürzester Zeit eine Sprache lernen kann.

Nach welcher Methode?

Man fängt um acht Uhr morgens an und paukt bis sechs Uhr abends durch. Jede Stunde kommt eine andere Lehrerin.  Nach dem Abendessen geht es von sieben bis zehn Uhr abends weiter, fünf Tage die Woche. Wenn ich etwas nicht verstanden habe und Holländisch oder Englisch gesprochen habe, meinte die Lehrerin: „Ich verstehe dich nicht. Was sagst du?“ Man lernt ein bisschen wie ein Kind.

Darf ich sagen, was ich an Ihnen richtig amerikanisch finde?  

Ja bitte.

Ihre außerordentlich weißen Zähne.

Die sind ganz neu, aber bitte fangen Sie nicht mit dem Bleaching an. Wenn man ein paar Zähne  weiß macht, muss man alle weiß machen, sonst ist der Farbunterschied zu groß. Ich finde sie ehrlich gesagt ein bisschen zu weiß. Aber das lässt sich im Moment nicht ändern. Mein Zahnarzt hat gesagt: „Trinken Sie einfach viel Kaffee und Wein. Dann wird das schon.“

TOUR-INFO Österreich: „House-Of-Mystery-Tour 2018: 2. 3. Tips Arena Linz; 3. & 4. 3. Festspielhaus Bregenz; 17. 3. Salzburgarena; 18. 3.  Stadthalle F.

Mann der Magie

Hans Klok
Foto: Kurier/Juerg Christandl

Hans Klok, 48, wurde 1969 in Pumerend in Nordholland geboren. Mit zehn Jahren bekam er auf eigenen Wunsch zu Weihnachten einen Zauberkasten geschenkt, übte vier Jahre und bewarb sich mit 14 bei einem Nachwuchswettbewerb für junge Zauberer in Baden-Baden. Dort feierte der junge Klok seinen ersten Erfolg und wurde zum „European Youth Magician Champion“ gekürt. Seinen ersten Fernsehauftritt hatte er mit 19 und wurde so immer bekannter. Heute zählt er zu den berühmtesten Magiern der Welt, der 2007 als erster Niederländer eine eigene Show am
 Las Vegas Strip hatte. Seine damalige Edel-Assistentin Pamela Anderson, 50, die Klok extra angeheuert hatte, machte ihn auch in den USA bekannt und ebnete ihm den Weg in Talk-Shows wie jener von  „Ellen DeGeneres“, bei der er insgesamt fünf Mal zu Gast war. Klok hat mit dem Physiotherapeuten Frank zusammengelebt, von dem er sich aber  nach 17 Jahren getrennt hat. Heute ist er wieder liiert.

INFO: „House-Of-Mystery-Tour 2018: 2. 3. Tips Arena Linz; 3. & 4. 3. Festspielhaus Bregenz; 17. 3. Salzburgarena; 18. 3.  Stadthalle F.

Tickets: www.oeticket.com

(KURIER freizeit am Samstag) Erstellt am
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