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Gedichte
11/23/2017

Missbrauch: Künstlerin zerlegt vermeintliche Entschuldigung

Isobel O'Hare verwandelt die Aussagen von Männern, denen sexualisierte Gewalt vorgeworfen wird, in starke Gedichte.

von Elisabeth Mittendorfer

Es vergeht kaum ein Tag, an dem keine neuen Missbrauchsvorwürfe gegen prominente Männer bekannt werden. Die Statements, die danach veröffentlicht werden, bewegen sich irgendwo zwischen Selbstironie, Entschuldigungsversuch und totaler Verleugnung. Deren Tonalität ist nicht selten leer, unzulänglich und einer PR-Aussendung ähnlich.

Bedeutungslose Passagen geschwärzt

Die in New Mexico lebende Künstlerin Isobel O'Hare hat sich näher mit diesen vermeintlichen Entschuldigungen befasst und all jene Passagen und Wörter geschwärzt, die für sie bedeutungslos sind. Durch die daraus entstandenen Gedichte wird eine neue Kernaussage zutage gefördert. Aus dem Statement von Kevin Spacey wurde so beispielsweise der Satz: "Da draußen gibt es Geschichten über mich, die durch mein eigenes Verhalten befeuert wurden."

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Auseinandersetzung mit Sprache

O'Hare sieht in ihren Gedichten vor allem eine Auseinandersetzung mit der Sprache, die Beschuldigte verwenden, wenn sie über ihre Ankläger und sexuelle Belästigung generell sprechen. "Ich habe beim Lesen der Statements bemerkt, dass viele von ihnen in einer ähnlichen Sprache geschrieben sind", sagte O'Hare zum Onlineportal fastcompany.com. "Es gab da diese Floskel 'so war die Kultur damals' und sexistische Aussagen wie 'diese Frauen' sind auf einmal aufgetaucht. Ich wollte darauf aufmerksam machen und zeigen, dass die Männer, die diese Statements geschrieben haben, nicht verstanden haben, was sie über sich selbst offenbaren."

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Der Comedian Louis C.K. sprach in seinem Statement darüber, dass er sich der Machtdynamik nicht bewusst gewesen sei, als er vor Frauen masturbierte, die zu ihm aufgesehen haben und am Anfang ihrer Karriere als Comedians standen. In dem Gedicht von O'Hare wurde daraus: "Mein Penis ist eine Frage, vor der ich davonlaufe."

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Gegenüber Mashable sagte O'Hare, dass in den Statements der beschuldigten Männer ein sehr männlicher Narzissmus sichtbar werde. Durch das Weglassen wollte sie zeigen, dass die Männer die Opfer selbst jahrelang weggelassen haben.

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