Brent, 37, malt mit seiner Zunge.

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Verhaltensforschung
03/27/2014

Schimpansen sind uns Menschen verblüffend ähnlich

In den vergangenen 50 Jahren hat sich, dank Forschern wie Jane Goodall, der Blick auf unsere nächsten Verwandten stark gewandelt.

von Martin Burger

50 Jahre Forschung im Naturreservat Gombe in Tansania haben den Blick auf unsere nächsten Verwandten nachhaltig verändert. Mehr noch: Die Erkenntnisse der weltberühmten Primaten-Forscherin Jane Goodall revolutionierten die Wissenschaft.

1963: Bereits in ihrer Anfangszeit in Afrika entdeckte Jane Goodall, dass Schimpansen keine Vegetarier sind. Sie fressen sogar Säugetiere und teilen miteinander. Im selben Jahr beobachtete sie, dass Primaten Werkzeuge anfertigen.

1965: Goodall stellte fest, dass Schimpansen in komplexen Sozialverbänden leben. Beispielsweise gibt es stabile Mutter-Kind-Beziehungen, die andauern bis das Junge erwachsen ist.

1971: Goodalls Erkenntnis, dass Schimpansinnen polygam sind, löste einen Aufschrei aus. Brünstige Weibchen paaren sich oft mit allen Männchen ihrer Gruppe.

1977: Ähnlich war es mit ihrer Arbeit über Rivalität und Futterneid bei Weibchen. Das kann soweit gehen, dass Schimpansinnen fremde Jungen töten.

1979: Goodall fand heraus: Zwischen benachbarten Gruppen herrscht Krieg. Auch unsere nächsten Verwandten kämpfen um Land.

1997: Die Forscher in Gombe entdeckten bei Weibchen eigenständige Hierarchien: Bei ranghohen Schimpansinnen ist die Säuglingssterblichkeit geringer.

2009: Die bisher letzte Erkenntnis aus der von Goodall gegründeten Forschungsstation: Auch Schimpansen infizieren sich mit dem Vorläufer von HIV-1 und erkranken an AIDS.