Einsamer George hat an die 1000 lebende Verwandte auf den Galapagos Inseln.

© REUTERS/STRINGER

Galapagos
10/29/2014

Riesenschildkröten leben wieder auf großem Fuß

Der Bestand der Giganten hat sich erholt. Doch das Ökosystem ist noch nicht im Gleichgewicht.

Zu Lebzeiten hatte Lonesome George (ca. 1912 bis 2012) keine Chance auf artgemäße Gesellschaft. Die Riesenschildkröten der Unterart Chelonoidis nigra galten auf den Galapagos Inseln als ausgestorben. Heute hat sich der Bestand der Giganten erholt, wie Wissenschaftler im Fachmagazin Plos One berichten. Das Ökosystem braucht dennoch mehr Zeit zur Erholung.

Ziegen

Auf Espanola, einer der Galapagos-Inseln, war die Riesenschildkröte Chelonoidis nigra in den 1960er-Jahren fast ausgestorben. Grund dafür waren Ziegen, die das Grasland kahl frassen und sich unkontrolliert vermehrten. Am Tiefpunkt der Schildkrötenpopulation wurden 15 Tiere gezählt. Dann haben die Verantwortlichen des Galapagos-Nationalparks reagiert und die Ziegen nach und nach von der Insel entfernt. Zusätzlich haben sie Schildkröten aus Zuchten in die Freiheit entlassen.

Heute, mehr als 40 Jahre später, hat sich die Population der Galapagos-Riesenschildkröte erholt. Rund 1000 Tiere leben derzeit auf Espanola und brüten selbstständig. "Das ist ein seltenes Beispiel, das zeigt, wie Biologen und Nationalpark-Manager in Zusammenarbeit einer Spezies zum Überleben verholfen haben", sagt James P. Gibbs von der New Yorker Universität für Umweltwissenschaften. Für ihre Studie haben die Wissenschaftler Daten aus 40 Jahren gesammelt und ausgewertet. Dazu waren wiederholt Schildkröten auf Espanola gefangen, markiert und wieder ausgesetzt.

Büsche

Doch nicht alles läuft nach Plan: Die Population der Galapagos-Riesenschildkröte auf Espanola ist zwar heute stabil, aber sie scheint nicht mehr zu wachsen. Grund dafür sind nach Ansicht der Forscher die ökologischen Langzeitschäden, die von den Ziegen angerichtet wurden. Statt des ursprünglichen Grases wuchsen holzige Büsche und Gestrüpp nach. Diese ruppige Vegetation behindert das Wachstum von Kakteen, ein wichtiger Teil der Schildkröten-Nahrung. Außerdem schränken die Büsche und Sträucher die Bewegungsfähigkeit der Reptilien ein. Gibbs: "Die Population wiederherzustellen ist eine Sache, aber die Umwelt wiederherzustellen wird deutlich länger dauern."

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