Zauberland aus Karst in Kroatiens Velebit-Gebirge

Zauberland aus Karst in Kroatiens Velebit-Gebirge
Durch das Velebit-Gebirge führt ein richtig wildes Stück Europa – Sturmwinde, Adria-Blicke und Karl-May-Kulissen inklusive.

Die Bora. „Der große Störenfried dieses Meeres, erhebt sich stets ohne das kleinste Warnungszeichen; mit der Gewalt eines Tornados überfällt sie die Seeleute und gestattet nur dem Kühnsten, auf Deck zu bleiben.“ Wahre Worte eines kroatischen Poeten?

I wo, Karl Marx, den meisten eher als Kapitalismus- denn als Wetter-Kritiker aufgefallen, schrieb diese Zeilen über den berüchtigten kalten Fallwind, der von den Bergen auf die Adria zurollt.

Wenn es ganz dumm läuft, giftet die Bora nicht nur mit Orkanböen, sondern auch mit Starkregen, der jeder Autowaschstraße zur Ehre gereichte – so wie jetzt. Das ist insofern ungünstig, als die zwar neu renovierte, aber klitzekleine Sugarska-Duliba-Hütte bestenfalls Platz für acht Menschlein bietet, wenn sie Übung im Löffelliegen haben. Weil aber mehr als doppelt so viele Trekker ein Lager brauchen, müssen sie mit den Zelten vorliebnehmen.

Sturm zum Durchlüften

Nach der nächtlichen Schüttel- und Rüttelpartie wissen die Trekker: Die Nylon-Dome lassen sich von der Bora nicht so schnell den Zahn, sprich: Hering, ziehen. Sie überleben nicht nur wider Erwarten, sondern bleiben in ihren Schlafsäcken sogar trocken. „So ein Sturm“, findet Christian Hlade, „macht den Kopf frei. Danach ist die Luft rein, innen wie außen.“

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