Blick über die Altstadt von Dubrovnik mit ihren charakteristischen roten Ziegeldächern und historischen Steingebäuden vor dem blauen Meer.
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Hafen-Hopping in der Adria mit der MS Europa: 4 Länder in 4 Tagen

Statt einer Barriere war das Meer lange Zeit ein verbindender Verkehrsraum. Entlang beider Küsten gibt es viel Gemeinsames in Küche und Architektur – und auf einer Kreuzfahrt jeden Tag ein neues Land.

Es ist der Sommerklassiker: Man fährt mit dem Auto nach Italien oder Kroatien auf Urlaub. Dabei muss man sich nicht entscheiden, man kann beide Seiten gut verbinden. In früheren Jahrhunderten war im Adriaraum eine Seereise – wenn der Wind gnädig war – schneller und sicherer als eine mühsame Reise über Land. Die kroatische Küste – viele Inseln, geschützte Buchten – bot gute Voraussetzungen, um von Hafen zu Hafen zu segeln. Die Eisenbahn und Autobahnen haben Handels- und Reiseströme letztlich nachhaltig verändert.

Das Luxuskreuzfahrtschiff "MS Europa"

Das Luxusschiff "MS Europa"

©Stefan Hofer

Auch heute können der Vorteil des kürzeren Wasserweges und das damit verbundene Flair bei einer Schiffsreise erlebt werden. Eine Reederei, die verbindet, was verbunden war, ist Hapag-Lloyd Cruises. So steuerte das Kreuzfahrtschiff MS Europa im Frühjahr in vier Tagen vier Häfen in vier Ländern an. Das ist bei Kreuzfahrten nicht außergewöhnlich, aber doch beachtlich. Landausflüge sind dabei ein Hineinschnuppern in die Kultur – vier Küstenstädte im Schnellcheck:

Dubrovnik, Kroatien: die Prachtvoll-Turbulente

Blick von der Stadtmauer auf Dubrovnik, Kroatien

Blick von der Stadtmauer auf Dubrovnik, Kroatien

©Stefan HOfer

Geschichte, Kultur, Drehort, Badespot: Die Küstenstadt liefert ab. Ja, Dubrovnik ist – vor allem in der Hochsaison – überlaufen, erleben sollte man sie trotzdem. Die Altstadt ist ein glattes Parkett: Flaniert man über die Hauptstraße Stradun, muss man aufpassen, nicht auszurutschen.

In der Altstadt von Dubrovnik

In der Altstadt von Dubrovnik

©Stefan Hofer

Grund ist der Kalkstein aus Korčula, der – abgenützt und poliert – glänzt er weiß wie Marmor. In den Seitengassen wird es teils ruhiger, dort, wo die Einheimischen ihre Wäsche noch auf Leinen im Freien trocknen. Ein Spaziergang auf der toll erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer lohnt sich, auch wenn das Ticket teuer ist (35 Euro). Trotz der Massen: Dubrovnik ist die Grande Dame der Adria.

Kotor, Montenegro: Bucht, Berge und Buzara

In der Altstadt von Kotor, Montenegro

In der Altstadt von Kotor, Montenegro

©Stefan Hofer

Luftlinie sechzig Kilometer weiter südlich liegt die alte Handelsstadt Kotor. Die Einfahrt in die Bucht mit ihren steilen Bergflanken erinnert an norwegische Fjorde. Auch Kotor glänzt mit einer Stadtmauer, hier ist die Altstadt innerhalb der Mauern nur halb so groß wie in Dubrovnik. Doch das Labyrinthartige macht Kotor geheimnisvoller. Wer sich den steilen Aufstieg über Stadtmauer und Stufen zur Festung Sveti Ivan antut, erhält einen grandiosen Blick auf Stadt, Bucht und Berge.

Kreuzfahrtschiff „MS Europa“ der Reederei Hapag-Lloyd  im Hafen von Kotor.

Kotor: Das Kreuzfahrtschiff „MS Europa“ der Reederei Hapag-Lloyd  liegt hier im Hafen. Die Einfahrt in die Bucht von Kotor ist ein Erlebnis.

©Stefan Hofer

Apropos. Dort, wo sich das Süßwasser der „Schwarzen Berge“ (der Landesname stammt von venezianischen Seefahrern: monte/Berg, negro/schwarz) mit dem Salzwasser mischt, werden Muscheln gezüchtet. Den Meeresfrüchteeintopf Buzara (mit Olivenöl, Knoblauch und Weißwein) isst man in Montenegro und in Kroatien.

Bari, Italien: Hl. Nikolaus und Öhrchennudeln

Wechselt man auf die andere Seite des Adriatischen Meeres – und das ist so eben nur per Schiff möglich – erreicht man Apulien, Italiens Stiefelabsatz. Bari gilt als lebendige Unistadt. Die Stadtmauer bietet sich auch hier für einen erhöhten Spaziergang an, es zieht einen aber schnell ins historische Herz, Bari Vecchia. Da stärkt man sich am besten gleich mit einem günstigen Espresso und Focaccia Barese (ein Fladenbrot mit frischen Kirschtomaten, Oliven und Oregano) und schlendert los. Ein Fixpunkt ist der Besuch der Basilika San Nicola; viele Pilger beten vor den Reliquien des heiligen Nikolaus in der Krypta, auch Papst Franziskus war hier. Die Bronzestatue auf dem Platz vor der Kirche wirft hingegen bei jedem Wetter einen Schatten: Sie war 2003 ein Geschenk des russischen Machthabers Putin.

Eine Frau in Bari macht Orecchiette.

Eine Frau in Bari macht Orecchiette.

©Stefan Hofer

Weniger brisant ist da die „Nudelgasse“, wo Nonnas mit kräftigen Händen Orecchiette formen. Spezialitäten kauft man im familiengeführten Feinkostgeschäft „Nino“.

Saranda, Albanien: Promenade und Hinterland

Der Badeort an Albaniens Riviera hat eine schöne Promenade, kann architektonisch aber nicht mit den anderen drei Städten mithalten. Hier sind es Ausflüge in die historische Bergstadt Gjirokastra und zu den Ruinen des antiken Butrint, die den Trip reizvoll machen. Und auf der Speisekarte? Da spielen Italien und der Balkan einen Doppelpass.

Promenade in der Hafenstadt Saranda, Albanien

Promenade in der Hafenstadt Saranda, Albanien

©Stefan Hofer

Info

Die Reederei
Hapag-Lloyd Cruises (gehört zu TUI Cruises) ist Spezialist für Expeditions- und Luxuskreuzfahrten, Flaggschiff ist die „MS Europa“ (max. 400 P.).

Die Routen
Palma de Mallorca–Fusina (Venedig); oder Fusina–Piräus (Athen). Frühbucherbonus für Reisen 2027 bis 31. 10. Reisen und Preise auf hl-cruises.de

EUR2621: Kreuzfahrt von Palma de Mallorca nach Fusina (Venedig) mit MS EUROPA - EUR2621 - Hapag-Lloyd Cruises

EUR2622: Kreuzfahrt von Fusina (Venedig) nach Piräus (Athen) mit MS EUROPA - EUR2622 - Hapag-Lloyd Cruises

Die Route „Adria intensiv“ kombiniert die zwei Reisen (EUR262122). Der Abpreis beträgt 12.790€ im PLATIN-Tarif bei Doppelbelegung, exkl. An- und Abreisepaket

Stefan Hofer

Über Stefan Hofer

Stefan Hofer ist seit 2009 beim KURIER. Schreibt für das Ressort Reise.

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