Ein Zimmer im Hotel Goldenen Ochs

Hotelduell in Bad Ischl: Goldener Ochs vs. Goldenes Schiff

Zwei Hotels für unterschiedliche Ansprüche im legendären Kurort.

Goldener Ochs

Nach Bad Ischl kommt man beim ersten Besuch meist wegen seiner kaiserlichen Geschichte. Der Ort ist der Inbegriff der Sommerfrische, die Franz Joseph I. und Sisi hier oft verbrachten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Ischl im Sommer zum „Place to be“, wie man heute sagen würde. Neben Anton Bruckner und Johannes Brahms kam auch Franz Lehár, der oft im Golden Ochs anzutreffen war. Das heutige Boutiquehotel war einst Fleischhauerei und später Raststation für den Postkutschenverkehr.

Möbelklassiker und Patina

Die Lage könnte kaum besser sein: Direkt an der Traun, mit Blick auf die bunten Fassaden der Esplanade. Drinnen empfängt die Gäste eine Mischung aus altem Kurhotel und bürgerlicher Gastlichkeit, mit Holz, Teppichen, Messinglampen und vielen Bildern. Jedes Zimmer ist mit ausgewählten Design-Stücken individuell eingerichtet – kuratiert von Geschäftsführerin Verena Schweiger. Ihr Ansatz: weg vom Kaiser-Overkill hin zu den Schriftstellern, die sich Ende des 19. Jahrhunderts hier trafen. Einer von ihnen war Arthur Schnitzler, dessen Name auch die wunderschöne Tagesbar trägt. Dazu kommen passende Möbel von Thonet bis Adolf Loos.

Das urige Restaurant gilt seit Jahrzehnten als Institution mit klassischer österreichischer Küche. Wer ein Stück österreichischer Hotelgeschichte mit all ihrer Patina erleben will, ist im Goldenen Ochs goldrichtig.

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Zimmer im Goldenen Schiff

©Beigestellt

Goldenes Schiff

Das Goldene Schiff erzählt eine andere Version von Bad Ischl: weniger kaiserliche Grandezza, dafür mehr zeitgemäßes Stadthotel. Nur wenige Schritte von der Altstadt entfernt, blickt man gegenüber auf den Hausberg Katrin. Das Vier-Sterne-Stadthotel wurde in den vergangenen Jahren mehrfach modernisiert  – zuletzt mit neuer Lobby, stylischen Zimmern und einem wirklich feinen Wellnessbereich.

Modern und mit E-Moped-Verleih 
Große Glasfassaden und klare Linien dominieren das Traditionshotel. Denn so modern das Gebäude wirkt, so viel Geschichte steckt dahinter. Schon ab 1821 wurden hier Gäste beherbergt, vor allem Salzschiffer und sogenannte Traunreiter, die den Transport des „weißen Goldes“ entlang der Traun begleiteten. Die Zimmer sind großzügig mit guten Betten und  funktionaler Einrichtung. 

Am Morgen wartet ein Frühstücksbuffet mit toller Auswahl und Sekt, Prosciutto-Schneider und Orangen-Presse, das auch von externen Gästen geschätzt wird. Für umtriebige Besucher gibt es einen E-Moped-Verleih, um  den Wolfgangsee und Co.  zu umrunden. Nach der Tour bietet sich das hoteleigene Lokal Trauntown für einen Imbiss an – Küche bis 21:30 Uhr. Anders als viele nostalgische Häuser in der Region ist das Goldene Schiff zwar ein Stadthotel mit Geschichte, das sich aber bewusst modern und unkompliziert präsentiert. 


christina.michlits@kurier.at

Christina Michlits

Über Christina Michlits

Hat Theater-, Film- und Medienwissenschaften studiert. Nach Kennenlernen des Redaktionsalltags bei Profil und IQ Style, ging es unter anderem zu Volume und dem BKF. Seit 2010 bei KURIER für die Ressorts Lebensart und Freizeit tätig. Schwerpunkte: Mode, Design und Lifestyle-Trends.

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