Zwei Euro Eintritt für Trevi-Brunnen: Protest nimmt zu
Zusammenfassung
- Die Einführung eines Zwei-Euro-Tickets für den Zugang zum Trevi-Brunnen stößt auf wachsenden Protest und eine Petition sammelte bereits rund 9.000 Unterschriften.
- Kritiker sehen in der Gebühr einen Schritt zur Kommerzialisierung des kulturellen Erbes und fordern stattdessen mehr Sensibilisierung für den respektvollen Umgang mit Kulturstätten.
- Auch andere italienische Städte wie Venedig erheben Eintrittsgelder für Touristen, während Rom mit ähnlichen Maßnahmen bei Sehenswürdigkeiten wie Kolosseum und Pantheon hohe Einnahmen erzielt.
Er ist ein Klassiker jedes Rom-Besuchs: der Trevi-Brunnen im historischen Zentrum der italienischen Hauptstadt Rom. Einem Aberglauben zufolge muss jeder Urlauber, der in die Ewige Stadt zurückkehren möchte, eine Münze über die Schulter in den Trevi-Brunnen werfen.
Mit rund drei Millionen Besuchern pro Jahr zählt er zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Welt. Wer die Münze jedoch in das Becken werfen will, muss mittlerweile Schlange stehen. Denn der bisher kostenlose Zugang zu einem der wohl berühmtesten Brunnen der Welt kostet seit Anfang Februar zwei Euro.
Kritik an Eintrittstickets
Die Einführung eines Zwei-Euro-Tickets für den Zugang stößt zunehmend auf Protest. Auf der Online-Plattform Change.org wurde eine Petition gegen die Eintrittsgebühr gestartet, die in einer Woche rund 9.000 Unterschriften sammelte. Ziel der Initiatoren ist es, innerhalb von drei Monaten 50.000 Unterschriften zu erreichen.
Die Zwei-Euro-Gebühr sei ein gefährlicher Schritt in Richtung Kommerzialisierung des kulturellen Erbes, argumentierte der Initiator der Unterschriftensammlung, der römische Unternehmer Claudio Lauretti. Der Trevi-Brunnen sei kein Museum, sondern ein öffentliches Gut. Auch für Einheimische werde durch Absperrungen die Sicht beeinträchtigt. Touristen müssten stärker für den respektvollen Umgang mit Kulturstätten sensibilisiert werden, ohne sie jedoch zur Kasse zu bitten, so Lauretti.
Kritik auch aus dem Ausland
Kritik an der Gebühr kam zuletzt auch von der britischen Zeitung Financial Times. In einem Kommentar verwies das Blatt auf die berühmte Filmszene mit Anita Ekberg in "La Dolce Vita" von Federico Fellini und spottete, künftig müsse selbst sie zwei Euro zahlen.
Mit Eintrittsgeldern für andere Monumente wie das Kolosseum oder das Pantheon erzielt die Stadt Rom bereits seit Längerem erhebliche Einnahmen. Allein beim Kolosseum, der meistbesuchten Sehenswürdigkeit der Stadt, wurden im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Euro bei 14,7 Millionen Besucherinnen und Besuchern eingenommen. Seit 2023 ist auch das Pantheon, eines der am besten erhaltenen Bauwerke der Antike, nicht mehr kostenlos zugänglich. Der Eintritt beträgt fünf Euro.
Andere italienische Städte haben angesichts des Massentourismus ähnliche Maßnahmen ergriffen. Venedig führte 2024 ein Eintrittsgeld für Tagesbesucher ein. Auch in diesem Jahr erhebt die Lagunenstadt an 60 Tagen zwischen Anfang April und Ende Juli eine Gebühr: Zehn Euro werden fällig, bei frühzeitiger Buchung - mindestens drei Tage im Voraus - sind es fünf Euro. Übernachtungsgäste bleiben von der Regelung ausgenommen.
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