Leben
14.05.2018

Mysteriöse Schuh-Funde in Kanada: 14. menschlicher Fuß angespült

Am Strand der kanadischen Provinz British Columbia wurde ein Schuh inklusive Fuß angespült. Es ist bereits der 14. Fund dieser Art in der Region in den vergangenen elf Jahren.

Es klingt wie der rote Faden einer dramatischen Krimi-Serie: Seit 2007 werden an den Stränden von und rund um die Provinz British Columbia in Kanada immer wieder Schuhe mit menschlichen Füßen darin gefunden. Am vergangenen Sonntag wurde das 14. Exemplar auf Gabriola Island, einer kanadischen Insel an der Westküste von British Columbia, entdeckt. Zuletzt war im Dezember 2017 ein Fuß in einer weißen Socke und einem schwarzen Schuh mit Klettverschluss gefunden worden.

Dieses Mal steckte der Fuß erstmals in einem Wanderschuh. In den vergangenen Jahren befanden sich die Körperteile in Turnschuhen. Wie die Washington Post unter Berufung auf die Royal Canadian Mounted Police berichtet, fand ein Mann den Wanderschuh bei einem Strandspaziergang. Der Outdoorschuh sei in angespülte Äste verheddert gewesen, heißt es. Ob es sich um den rechten oder linken Fuß handelt, wurde nicht bekannt gegeben.

"Verdächtige" Funde

Im August 2007 ereignete sich der erste Schuh-Fund an der kanadischen Pazifikküste. Damals tauchten innerhalb eines Monats gleich zwei rechte Füße in Schuhen in der Salish Sea, dem Meeresgebiet zwischen Vancouver Island und dem US-Bundesstaat Washington, auf. "Zwei Funde in so kurzer Zeit ist sehr verdächtig", sagte Garry Cox, Berufspilot bei der Oceanside Royal Canadian Mounted Police der Vancouver Sun damals.

In den darauffolgenden Jahren wurden mehrere weitere Füße in der Region gefunden. Oft tauchte auch der dazugehörige rechte oder linke Fuß kurze Zeit später auf. Die Ermittler veröffentlichten stets Modell und Größe der Schuhe und teilten auch Fotos der Fundstücke mit der Öffentlichkeit – in der Hoffnung Hinweise auf den Menschen, zu dem das Körperteil gehörte, zu bekommen. Die Polizei informierte, dass an den Füßen keine Zeichen von Gewalteinwirkung zu erkennen seien. Weil die Körperteile stets abgetrennt vom Rest der Körper gefunden wurden, ging man allerdings zunächst von Gewaltverbrechen aus. Dass ein Serienmörder für die Leichenteile verantwortlich sein könnte, schloss man ebenfalls nicht aus.

Mordserie unwahrscheinlich

Im Laufe der Jahre konnten acht der 14 angespülten Füße insgesamt sechs vermissten Personen zugewiesen werden. In diesen Fällen kamen die Personen durch Unfälle oder Suizid ums Leben. Eine Mordserie wurde daraufhin ausgeschlossen. Die Autopsie ergab außerdem, dass die Füße nicht gewaltsam abgetrennt, sondern vielmehr durch natürliche Bewegungen im Wasser und Verwesungsprozesse abgetrennt wurden, hieß es vonseiten der zuständigen Gerichtsmediziner laut dem Guardian.

Warum die Füße so gut erhalten sind, erklären die Experten durch das Material der Schuhe. Die häufig aus leichten und robusten Materialien bestehenden Schuhe wirken wie eine Schwimmhilfe und schützen den Fuß vor Meerestieren und mechanischen Einwirkungen. Warum die Füße besonders häufig in der betreffenden Region Kanadas landen, ist bisher aber ungeklärt.