© Barbara Wimmer

Leben
09/12/2012

Mobiles Bezahlen per iPhone in Linz getestet

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat im Juli in Linz ihren Pilotversuch zum kontaktlosen Zahlen mit dem iPhone gestartet. Die Resonanz der Teilnehmer des Pilotsversuchs war bis jetzt durchwegs positiv, erzählte der Projektleiter Gerald Kubu am NFC-Kongress in Hagenberg. Nun plant die Bank eine Ausweitung auf Android-Smartphones.

von Barbara Wimmer

Ende Jänner kündigte die RBI an, dass ein NFC-Pilotversuch mit kontaktlosem Bezahlen via iPhone geplant sei. Im Sommer wurde dieser nun in der Stadt Linz in Zusammenarbeit mit mehreren, kleineren Shops in einem bestimmten Viertel durchgeführt, sagte Kubu am diesjährigen NFC-Kongress, der seit Dienstag am Campus der FH Hagenberg stattfindet. Um am Pilotversuch teilnehmen zu können, müssen die Nutzer ihre iPhones in eine Art „Schutzhülle" stecken, einem iCase mit Antenne und microSD-Kartenslot. Auf der microSD-Karte befindet sich der NFC-Chip, der über eine Schnittstelle mit dem iPhone kommuniziert. Die RBI setzt dabei auf Lizenzen von Visa Europe.

„Wir haben sehr viele positive Reaktionen von Nutzern bekommen, vor allem der hohe Komfort und die Einfachheit des Services fasziniert viele", erklärte Kubu. Es habe bisher wesentlich mehr positive als negative Rückmeldungen gegeben. Nun plant die RBI eine Ausweitung des Projekts, unter anderem auch auf Android-Phones. „Die iPhone-Schutzhüllen sind sehr teuer. Hier muss man sich überlegen, ob man sich diese Kosten in Form einer Jahresgebühr vom Kunden teilweise zurückholen kann", sagte Kubu zur futurezone. Dass das iPhone 5 mit einem für alle ansprechbaren NFC-Chip Abhilfe schaffen wird, glaubt Kubu aus verschiedenen Gründen nicht.

Kooperationen mit Mobilfunkanbietern im Visier
Bei vielen Android-Phones würden derartige Extra-Kosten mittlerweile wegfallen, da die microSD-Karte mit dem im Smartphone integrierten Secure Element kommunizieren könne, erklärte der Projektleiter, der bereits im Jahr 2007 begonnen hatte, kontaktloses Zahlen im Unternehmen zu forcieren. Man sei zudem mit diversen Mobilfunkanbietern in Gesprächen, eine mögliche Kooperation sei allerdings noch nicht in Aussicht. „Mit T-Mobile oder Hutchison könnte ich mir eine Kooperation allerdings gut vorstellen", so Kubu. A1 testet NFC derzeit zusammen mit dem Zahlungsanbieter Paybox. Der Mobilfunkanbieter werde wohl weiterhin auf sein eigenes System setzen, so Kubu.

Doch ob sich mobiles Bezahlen in Österreich rasch durchsetzen wird? Kubu ist Realist – er glaubt nicht daran, dass das Bezahlen per Smartphone die Bargeldzahlung rasch ablösen wird. „Derzeit bezahlen noch immer fast 90 Prozent der Österreicher im Supermarkt mit Bargeld. Das wird sich auch in den nächsten drei bis vier Jahren nicht wesentlich ändern, aber kontaktlose Karten oder das Zahlen per Smartphone werden sich zumindest immer mehr verbreiten", sagte Kubu. Künftig sollen auch die NFC-Terminals in den Shops miteinander kompatibel sein, meinte Kubu. „Die Terminals sind prinzipiell aus technischer Sicht bereits jetzt sowohl für das MasterCard-System PayPass als auch für das Visa-Pendant gerüstet", so Kubu.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.