hund
Tiercoach
08/30/2013

Bauchansicht und Unsitten

Leserfragen.Zoo-Direktorin Dagmar Schratter erklärt, dass sich Hunde aus Vertrauen auf den Rücken werfen und konsequente Erziehung wichtig ist

von Hedwig Derka

Haustiere sind Familienmitglieder. Nicht immer gestaltet sich das Zusammenleben von Zwei- und Vierbeinern einfach. Was tun, wenn sich der Hund eine Unsitte angewöhnt hat? Wann ist es sinnvoll, die Katze vom Grünen in die Stadt zu übersiedeln? Warum wirft sich ein Hund auf den Rücken? KURIER-Tiercoach-Dagmar Schratter, Direktorin des Tiergarten Schönbrunn, hat Antworten:

Ich habe seit drei Jahren einen Hund aus einem Tierheim im Burgenland. Er war etwa sieben Monate, als ich ihn holte. Seine Vorgeschichte ist nicht genau bekannt. Er ist der süßeste Hund. Nach wie vor ist er schrecklich ängstlich, fürchtet sich vor allem vor lauten Kindern, überhaupt vor lauten Geräuschen, vor vielen Menschen usw. Das größte Probleme ist aber: Er springt Freunde und inzwischen auch Fremde, die zu mir in die Wohnung kommen, ununterbrochen an. Das wird sehr übel genommen, da er dadurch nackte Beine zerkratzt und Pullover ruiniert. Alles Schimpfen, „Pfui“ und „Aus“ – hilft nichts. Was kann ich tun?
Nachdem sich dieses Verhalten leider schon manifestiert hat, werden Sie es Ihrem Hund nur durch konsequentes Training wieder abgewöhnen können. Zunächst müssen Sie mit ihm ein neues Abbruchkommando trainieren. Nachdem er „Pfui“ und „Aus“ ignoriert, könnte es ein bestimmtes „Nein“ oder „Schluss“ sein. Dieses Kommando trainieren Sie in anderen Situationen und verwenden es zunächst keinesfalls beim Anspringen. Wenn er das, was er gerade macht, bei Ihrem Kommando unterbricht, wird er mit einem Leckerli belohnt. Wenn das Abbruchkommando hundertprozentig sitzt, können Sie mit dem Training des Abgewöhnens des Anspringens beginnen. Nehmen Sie den Hund an die Leine, wenn Sie Besuch erwarten. Wenn er springen will, ziehen Sie ihn zurück, sagen das Abbruchkommando und gleich danach ein Kommando, das er schon kann (Sitz oder Platz); wenn er das dann ausführt, bekommt er wieder eine Belohnung.
Wie bei jedem Training ist die Konsequenz das Allerwichtigste! Ich rate Ihnen, für den Anfang die Hilfe eines Hundetrainers bzw. einer Hundetrainerin anzunehmen.


Ich lebe mit einer Katze und einem Kater am Stadtrand Wiens. Die Tiere sind Geschwister, elf Jahre alt, kastriert und leben im Freien wie auch im Haus. Der Heizungskeller hat einen direkten Zugang vom Garten. Hin und wieder schlafen sie bei mir im Bett. Mein Problem besteht darin, dass ich demnächst in die Stadt ziehe. Das Haus wird meine Tochter bewohnen. Wir haben uns darauf geeinigt, dass sie die Katzen übernimmt. (Ich werde auch in Zukunft oft dort sein.) Da meine Tochter die Katzen nicht liebt, und der Kater sie auch nicht sehr schätzt, überlege ich, die Katzen mitzunehmen. Mir ist inzwischen auch klar, wie sehr mir die Katzen fehlen werden. Was ist die beste Lösung?
Auch wenn Katzen in der Regel mehr an der Umgebung als an den Besitzern hängen, würde ich in Ihrem Fall raten, die beiden mit in die Wohnung zu übersiedeln. Sie sind in einem Alter, wo sie ruhiger werden, sie bleiben zusammen und haben auch noch Sie als Bezugsperson.
Ich habe meinen eigenen Kater auch mit knapp zwölf Jahren von einem Haus mit Freigang in eine Wohnung übersiedelt. Er hat sich schnell an das Leben in der Wohnung gewöhnt. Ich glaube, die Katzen mitzunehmen, ist für die Katzen und für Sie selbst die bessere Lösung. Einen Versuch ist es jedenfalls wert.

Die Tochter meiner Lebensgefährtin hat einen ganz lieben vierjährigen Hund. Immer, wenn wir auf Besuch kommen, oder er bei uns ist, legt sich der Vierbeiner auf den Rücken und würde sich stundenlang am Baucherl kraulen lassen. Was bedeutet dieses Verhalten?
Wenn sich der Hund Ihnen zu Füßen wirft und Ihnen Brust und Bauch darbietet, ist das ein großer Vertrauensbeweis. Diese Haltung ist aus der Unterwerfung einem Artgenossen gegenüber entstanden. Dabei legt sich der Hund auf den Rücken, zieht den Schwanz zwischen die Beine, legt die Ohren an und vermeidet Blickkontakt mit seinem Gegenüber. Beim Artgenossen löst diese Geste eine Beißhemmung, manchmal sogar eine Pflegehandlung, wie z. B. Belecken, aus. Menschen gegenüber nehmen viele Hunde diese Haltung ein, wenn sie gestreichelt werden möchten.

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