Leben
13.11.2017

Wienerin schuf erstes Kopftuch-Emoji

Mit einer ungewöhnlichen Idee schaffte es die 16-Jährige in die Liste der 30 einflussreichsten Teenager

Seit Juni können Smartphone-Nutzer aus 69 neuen Emojis wählen – darunter auch ein Icon mit Kopftuch. Dahinter steckt eine 16-jährigen Schülerin aus Wien. Das Time Magazine wählte Rayouf Alhumedhi nun unter die 30 einflussreichsten Teenager der Welt – zusammen mit Modelnachwuchs Kaia Gerber und Will Smiths Sohn Jaden.

Alhumedhi, die in Saudi-Arabien geboren wurde und die Vienna International School besucht, kam die Idee, als sie einen Gruppenchat mit ihren Freundinnen einrichten wollte. Statt eines Namens sollte jede ein Emoji aussuchen, das ihr ähnlich sieht – doch das muslimische Mädchen wurde nicht fündig. Also wandte sie sich an Apple, wo ihre Anfrage unbeantwortet blieb. Doch Alhumedhi ließ nicht locker, recherchierte im Netz und fand heraus, wie man dem Unicode Consortium einen offiziellen Emoji-Vorschlag unterbreitet. Unterstützt wurde sie dabei u.a. von Alexis Ohanian, Gründer der Online-Plattform Reddit.

"550 Millionen muslimische Frauen auf der Erde tragen Hijab. Trotz dieser enormen Zahl ist für die Leute nicht einmal eine Taste auf der Tastatur reserviert", argumentierte Alhumedhi in dem siebenseitigen Schreiben. Sie selbst trägt einen Hijab, seit sie 13 Jahre alt ist. Dass das Kopftuch nun auch auf der Smartphone-Tastatur vertreten ist, sei ein wichtiger Schritt, "um Diversity zu feiern und den Islam in der Gesellschaft zu akzeptieren". Außerdem ist die 16-Jährige sicher, dass "dieses Emoji die Welt indirekt positiv beeinflussen wird, sobald Menschen, die gegen das Kopftuch oder den Islam als Glaubensform sind, das Emoji auf ihrer Tastatur entdecken".

Auf die Kritik nach mangelnder Vielfalt hatte das Unicode Consortium – jene gemeinnützige Organisation, die für die Entwicklung der Emojis zuständig ist – bereits reagiert: Seit zwei Jahren gibt es die kleinen Icons in sechs verschiedenen Hauttönen.